Lieberté - lieber frei denken!

Ja, Lieberté ist anders. Beim Spielen sind unsere Gedanken wie die Papierflieger auf den schön gestalteten Karten auf Reisen gegangen, und diese Reise ist noch längst nicht beendet, aber sie hat sich schon gelohnt. Lieberté ist anders, und das ist gut so!

Lieberté, das französische Wort für Freiheit zusammen mit "Liebe", und außerdem der Name eines wunderbaren Kartenspiels, in dem es genau darum geht: Freiheit. Die Freiheit zu denken, was man möchte, und sich eine Vorstellung von verschiedenen Utopien zu machen. Es verbindet auf innovative Art Analoges und Digitales miteinander. Zu den sechs Utopien gibt es jeweils einen Einstiegspodcast mit Expert_innen aus ganz Deutschland, in dem auf das Thema der Utopie genauer eingegangen wird und der die Spieler_innen auf das eigentliche Spiel einstimmt. Danach folgt die Disskusionsrunde mit bis zu acht Personen, in die Positionen Pro und Kontra geteilt, wie genau diese Utopie für die Zukunft aussehen soll, wie sie umzusetzen ist und was für Chancen sie bietet, aber auch, was für Nachteile sie hat und ob sie wirklich so eine gute Idee ist. Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch, keinen Gewinner und keinen Verlierer, sondern es geht um den Spaß am gemeinsamen Disskutieren, den Austausch über die Vorstellungen und das Nachdenken darüber, wie eine gute Zukunft aussehen könnte. Gerade in Zeiten, in denen fast alles auf Wettbewerb ausgerichtet ist, ist das ein sehr schöner Gedanke.
Die Utopien können unabhängig von einander gespielt werden, sodass man sich die Themen aussuchen kann, die einen am meisten interessieren.

Kombination aus Podcast udn Kartenspiel
Die Kombination aus Podcast und Kartenspiel gefällt uns sehr gut, weil einerseits die Möglichkeiten der digitalen Welt durch informative und spannende Podcasts genutzt werden, sodass man sich nicht einen ewig langen Text durchlesen muss, man andererseits aber noch die Karten, die während der Disskusionsrunde als Argumentationshilfe dienen, in der Hand halten kann. Außerdem gibt es auch noch andere Fragen, über die es sich nachzudenken lohnt. Auch gut gefällt uns, dass man für Lieberté keine Anleitung braucht, weil das Spiel vom Grundprinzip her einfach, aber trotzdem so durchdacht ist, dass es großen Spaß macht, es zu spielen.

So vielschichtig sind Utopien
Dabei kommen einem auch lustige und interessante Ideen, auf die man sonst nie gekommen wäre, wie zum Beispiel in der Utopie Welt ohne Gefängnisse die Idee aufkam, die Gefangenen ein Musical aufführen zu lassen, damit sie Spaß haben, zusammenarbeiten müssen, und nicht wieder rückfällig werden.
Es war außerdem spannend, sich die schwerwiegenden Folgen solcher Veränderungen bewusst zu machen und zu erkennen, wie vielschichtig diese Utopien sind. Das Tolle an diesem Spiel ist auch, dass es nie langweilig wird, weil man es immer mit anderes Leuten spielen kann und die Disskusionsrunde immer unterschiedlich verlaufen wird. Zudem hat man ja sechs verschiedene Utopien, die sich mit sehr aktuellen Themen, wie unter anderem der Schule von Morgen, befassen.

Dieses je nach Disskusionsverlauf inklusive des ungefähr zwanzigminütigen Podcast etwa eine Stunde dauernde Spiel eignet sich nicht nur für politisch Interessierte ab 14 Jahren, sondern auch für alle, die sich mit ihrer Zukunft auseinandersetzen möchten, Spaß am leidenschaftlichen Diskutieren haben oder einfach mal ein etwas anderes Spiel ausprobieren möchten. Auch für Schulprojekte, den normalen PoWi-Unterricht, Workshops, Projekt und Debattierclubs ist dieses Spiel perfekt geeignet.

Ja, Lieberté ist anders. Beim Spielen sind unsere Gedanken wie die Papierflieger auf den schön gestalteten Karten auf Reisen gegangen, und diese Reise ist noch längst nicht beendet, aber sie hat sich schon gelohnt. Lieberté ist anders, und das ist gut so!

Wir werden unsere Reise mit Lieberté jetzt fortsetzen und hoffen, dass du deine auch bald beginnen wirst.

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    Autorin / Autor: Miriam, Hannah und Rebecca - Stand: 7. Juli 2020