Licht und Schatten

Autor: Zoran Drvenkar

Im Winter 1704 wird in dem kleinen Dorf Warrosch in Russland ein Mädchen geboren, Vida ist sein Name. Leider stirbt Vidas Mutter während der Geburt, doch sie schenkt ihrer Tochter eine Aufgabe: Sie soll diejenige sein, die die Welt vor dem Dunkel rettet, das sich in jeden Hauseingang und jede geöffnete Tür schleicht, um die Seelen der Menschen zu stehlen.
Vida wächst zu einem furchtlosen, selbstbewussten Mädchen heran, das niemand davon abhalten kann, ihren eigenen Willen durchzusetzen. Vidas Tanten Asha, Eka, Riva und ihr Vater Solomon bereiten sie derweil auf ihre große Bestimmung vor. In dem unauffälligen Haus ihrer drei Tanten, das sich im Felsen vor unerwünschten Blicken versteckt, lernt sie, innere Ruhe zu bewahren, das klare Denken zu beherrschen, die Natur zu schätzen und die Vergangenheit zu verstehen. Dort wird sie auch in die Kunst der Mudras eingeweiht, symbolische Handgesten, die sie vor dem Bösen schützen sollen. Doch ob dieses Wissen und ihr unbändiger Mut ausreichen, um ihre große Aufgabe zu erfüllen?

*Meine Meinung*
Durch das Buch führt einen eine sehr fantasievolle, poetische Schreibweise, die jedes kleinste Detail der Erzählung wunderschön beschreibt. Die Geschichte handelt von Themen, über die fast jeder grübelt, damals wie heute: Woher kommen unsere Ängste, das Leiden und die Krankheiten, und wie kam das Böse auf die Erde, das auch in jedem von uns steckt? Autor Zoran Drvenkar, den ihr vielleicht durch „Sorry“ oder „Sag mir was du siehst“ kennt, hat in diesem Buch die altertümliche Stimmung des 16. Jahrhunderts gut eingefangen und trägt einen auf den Flügeln seiner Geschichte direkt in das Geschehen.
Die Geschichte ist aus der Perspektive des Erzählers Aren geschrieben. Er begleitet immer unterschiedliche Personen durch die „Licht und Schatten-Welt“, so lernt man jeden Charakter einmal näher kennen und kann die Situationen noch besser einschätzen.

Vidas Dickkopf war mir am Anfang etwas suspekt, aber im Laufe der Geschichte ist sie mir immer mehr ans Herz gewachsen, weil sie ständig nach neuen Abenteuern sucht und eigentlich niemandem etwas Böses will. Auch Salomon, Vidas Vater, fand ich sehr nett, denn er sorgt sich sehr um seine Tochter und gibt ihr trotzdem die Freiheit, die sie sich wünscht.

Anders als der Klappentext wirkt, ist dieses Buch kein typischer Fantasy-Roman mit Elfen und Feen. Das merkt man schon dadurch, dass Figuren darin vorkommen, die wir mit unseren Menschenaugen leider nicht sehen können, die Geschichte dennoch immer in der Realität spielt. Der ganze Plot ist so fantasievoll, spannend und besonders, dass diese Geschichte sowieso schon für sich steht, denn ganz egal was für ein Genre einem am liebsten ist, in „Licht und Schatten“ wird sich fast jeder wenigstens ein kleines bisschen wiederfinden können.

*Fazit*
Vida hat mich überzeugt, an mich zu glauben und für meine Träume zu kämpfen. Außerdem versuche ich seitdem, meine Ängste zu überwinden und meine Augen noch mehr als zuvor für Unbekanntes offen zu halten. Auch die wundervoll geflügelte Sprache hat mich voll und ganz in die Geschichte versinken lassen, sodass ich am Abend nachdem ich das Buch beendet hatte, Mudras zeichnend durch die Gegend gerannt bin :)))) ... Ich kann dieses Buch für Jugendliche ab 12/13 empfehlen, die sich gerne auf die Reise in unbekannte Welten machen und auch an das Unglaubliche in dieser Welt glauben.

*Erschienen bei bei Beltz & Gelberg*

Deine Meinung zu diesem Buch?

Autorin / Autor: annika - Stand: 22. August 2019