Last Kiss of Summer

Autorin: Jessica M. Felleman
Übersetzt von Stephanie Pannen

Last Kiss of Summer von Jessica M. Felleman ist ein emotionaler Jugendroman, der 2026 im ONE Verlag in der deutschen Übersetzung von Stephanie Pannen erschienen ist. Schon äußerlich ist das Buch ein echter Hingucker. Der Farbschnitt passt richtig gut zur sommerlichen Stimmung und auch
die Schriftgröße fand ich sehr angenehm.

In der Geschichte geht es um Sera Watkins, die vor einem Sommer steht, in dem sie einiges in ihrem Leben verändern möchte. Sie will sich mehr trauen, neue Dinge ausprobieren und nicht ständig darüber nachdenken, was alles schiefgehen könnte. Gerade weil sie seit ihrer Kindheit mit einer Herzerkrankung lebt, ist dieser Wunsch nach Freiheit für sie besonders wichtig. Eigentlich möchte sie sich auf sich selbst konzentrieren, doch dann ist da Luke Tisdale. Luke ist ihr Nachbar, ihr bester Freund aus Kindertagen und gleichzeitig der Junge, der ihr vor zwei Jahren das Herz gebrochen hat. Die beiden haben also definitiv eine gemeinsame Vergangenheit und obwohl Sera eigentlich versucht, diese hinter sich zu lassen, ist die Verbindung zwischen ihnen immer noch da.
Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto schwieriger wird es, die eigenen Gefühle zu ignorieren. Neben Luke spielen auch Seras beste Freundin Maddy und ihre Schwester Abbi eine wichtige Rolle und machen die Geschichte noch persönlicher. Gleichzeitig entwickelt sich auch Luke im Laufe der Handlung weiter und man bekommt immer mehr mit, was eigentlich hinter seiner Art steckt.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Sprache. Sie ist oft sehr poetisch, ohne dass die Geschichte dadurch ihre Leichtigkeit verliert. Gerade die Sommerstimmung kommt richtig gut rüber. Meer, warme Tage, Kunst, Freundschaften und dieses Gefühl, dass ein Sommer irgendwie gleichzeitig ewig und viel zu kurz sein kann, genau diese Atmosphäre hat das Buch für mich ausgemacht. Es ist eine Geschichte, in die man schnell hineinkommt und bei der man sich einfach gerne aufhält.

Allerdings gab es auch ein paar Stellen, die mich nicht ganz überzeugen konnten. Manchmal schweift die Geschichte etwas ab. Vor allem die Nebenhandlungen rund um die Künstlerinnen und Künstler, denen Sera online folgt, fand ich zwar grundsätzlich interessant, teilweise waren mir diese Abschnitte aber etwas zu ausführlich. An diesen Stellen hätte ich lieber schneller erfahren, wie es mit Sera und Luke weitergeht. Dadurch wurde der Lesefluss ab und zu ein bisschen unterbrochen.

Das war für mich aber eher ein kleiner Kritikpunkt und hat nicht dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr weiterlesen wollte. Denn trotz dieser kleinen Längen schafft es die Geschichte immer wieder, emotional zu werden. Und genau das hat mir gut gefallen. Last Kiss of Summer ist nämlich nicht einfach nur eine süße Sommerromanze. Es gibt auch ziemlich schwere und emotionale Momente, große Gefühlsausbrüche und Themen, die zum Nachdenken anregen. Besonders die Herzerkrankungen von Sera und Luke spielt eine wichtige Rolle. Außerdem wird das Thema Organspende aufgegriffen, und die Autorin regt im Buch sogar dazu an, sich selbst einmal näher darüber zu informieren. Das fand ich sehr gelungen, weil dadurch ein wichtiges Thema angesprochen wird, ohne dass es sich wie ein reiner Informationsblock anfühlt.

Man sollte allerdings wissen, dass das Buch nicht nur aus schönen Sommermomenten besteht. Es gibt eine Triggerwarnung wegen Herzerkrankungen und außerdem eine explizite Beschreibung eines Autounfalls. Wer bei diesen Themen empfindlich ist, sollte sich vorher darauf einstellen. Insgesamt hat mir Last Kiss of Summer richtig gut gefallen. Es ist eine Geschichte zum Abtauchen und Wohlfühlen, gleichzeitig aber auch eine Erzählung, bei der man zwischendurch ordentlich mitfühlen muss. Besonders Sera konnte ich durch ihre Leidenschaft für die Landschaftsmalerei und ihren Wunsch, sich mehr zu trauen, gut verstehen. Dazu kommen eine schöne Sommeratmosphäre, eine emotionale Entwicklung bei Luke und Nebenfiguren wie Maddy und Abbi, die der Geschichte noch mehr Leben geben. Auch wenn manche Nebenhandlungen für meinen Geschmack etwas zu lang geraten sind, hat mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten und emotional erreicht. Wer gerne Jugendromane mit Sommerfeeling, Romance, Freundschaft und etwas mehr Tiefe liest, sollte Last Kiss of Summer auf jeden Fall eine Chance geben.


Erschienen bei One

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Autorin / Autor: Oliwia - Stand: 17. August 2026