Lass mich!

Autorin: Kathrine Nedrejord
Aus dem Norwegischen von Holger Wolandt

Anna denkt, dass sie ohne ihre Freundin Amanda nichts wäre.  Amanda ist hübsch und beliebt, Anna eher eine Außenseiterin. Das macht ihre Freundschaft aus. Während Amanda tun und lassen kann, was sie will, mit jedem reden darf und andere Freundschaften schließt, muss Anna ihr alles berichten. Jedes kleine Detail muss Anna ihr erzählen und es muss alles so laufen, wie Amanda will.
Jedoch ändert sich ihre Beziehung, als sich Anna in Samuel verliebt, dieser Junge ist die einzige Person, die Ana mit anderen Augen sieht. Sie merkt nun, wie Amanda sie manipuliert. Anna hat genug, aber ihre Freundin lässt die Rache spüren.

Meinung:
„Lass mich“ ist eine sehr intensive Geschichte, die in jeder Altersklasse gelesen werden kann. Es ist zwar ein Jugendbuch, das Thema betrifft uns alle dennoch gleich. Anna ist ein zurückgezogenes Mädchen, welches sich an ihre beste Freundin bindet. Sie verlässt sich auf sie und fixiert sie. Man könnte sagen, Anna will wie Amanda sein und tut alles dafür, um ihre beste Freundin zu beeindrucken. Jedoch merkt sie nicht, wie sehr sie im Schatten ihrer Freundin steht. Anna weiß nicht, was für ein tolles, wunderschönes Mädchen sie ist, denn sie findet, sie sei ein nichts. Amanda unterdrückt Anna und es ist schwer, da rauszukommen. Jedoch merkt Anna, dass es noch andere nette Personen gibt, die ihr besser tun und lernt wahre Freundschaft und auch die Liebe kennen.

Mich hat das Buch sehr mitgenommen, da die Thematik leider in unserer Gesellschaft nicht besprochen wird. Manipulation, Unterdrückung und Kontrolle kommen leider oft in einer Beziehung jeglicher Art vor, jedoch wird darüber meist geschwiegen. Die norwegische Autorin hat das Thema aufgegriffen und perfekt umgesetzt.

In einer Freundschaft kann es vorkommen, dass eine Person von beiden schöner ist bzw. beliebter ist und die andere im Schatten der anderen steht, jedoch ist es in einer wahren Freundschaft so, dass man sich gegenseitig unterstützt und vertraut und sich somit die „Außenseiterin“ der beiden auch mit den anderen versteht. Amanda ist keine richtige Freundin, das muss Anna lernen.

Das Buch ist schnell ausgelesen, bleibt aber umso länger im Gedächtnis. Wer eine emotionale Geschichte über ein Mädchen lesen möchte, die sich selbst finden musste, um aus einer schrecklichen Lage rauszukommen, sollte das Buch unbedingt lesen.

Erschienen bei Urachhaus

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Autorin / Autor: Jessica - Stand: 18. Dezember 2019