L.A

Album: King Of Beasts

Das von Luis A. Segura (Gesang, elektr. und akustische Gitarre, Dums, Percussions) und A. Noguera (Bass, elektr. Gitarre, Programmierung, Keyboards, Hintergrundgesang, Mandoline, Synthesizer; Martin Hamilton spielt Trompete) herausgegebene Album "L.A. King of Beasts" aus 2017 enthält 17 Tracks, von denen drei völlig überflüssig sind und als musikalischer Ballast hätten über Bord geworfen werden sollen, bevor man das Album herausgab.
Produziert wurde das musikalische Schmankerl hauptsächlich auf Mallorca, nur ein Song in C.A. Eben diese drei überflüssigen "Songs" sind allesamt Instrumentaleinlagen, auf die man gut und gerne hätte verzichten sollen.
Auf was man lieber nicht verzichtet hätte, sind die Songtexte, von denen just einige im Booklet fehlen. Hatt ich auch noch nie in dem Umfang! Da blättert man dann für lau vor und zurück durch und muss feststellen, dass sie noch nicht mal in Reihenfolge der Aufnahmen abgedruckt wurden, was zu einem ständigen Hin- und hergeblättere führt. Das ist etwas lästig und hätte vermieden werden können. So kann der Käufer der CD sich auf insgesamt fünf (!) leere/schwarze (!) Seiten einstellen.

Kleine weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund macht sich da auch nicht gerade positiv bemerkbar, was die Lesefreundlichkeit anbelangt. Das Booklet wurde von Matt Wignall konzipiert und baut sich neben den in ihrer Zahl unvollständigen Songtexten aus Collagen auf, deren tieferer Sinn sich mir leider nicht erschließt. Dass die Herren den Fokus auf Gitarrensound setzen, wird allerdings darin deutlich und verweist auf die teils harten Gitarrenriffs, die man in den einzelnen Songs wiederfindet.

Erstklassiger Gitarrensound und Rock-Pop-Musik
Zum Glück ist das Album an sich nicht missraten, sondern zeugt von kernigem, erstklassigem Gitarrensound und Rock-Pop-Musik, die mehr als nur bei einem Song Ohrwurmcharakter hat, was auch der tollen Stimme von Sänger Segura zu verdanken ist: So gehen die Titel 2, 3, 4, 6, 8, 11, 14 und 15 ins Ohr und sind eingängige Rockmusik, die auch poppige Elemente hat, sodass sie an eine Mischung aus Nickleback und Bruce Springsteen (v. a. von der Stimme) als auch an den Coldplay-Sänger erinnern. Die meisten Lieder sind sehr einfühlsam und tiefgründig, ohne beschwerend zu wirken. Sie handeln von den widersprüchlichen Gefühlen, die eine Liebesbeziehung in sich trägt, vom Feuer der neuen Liebe ebenso wie vom Nachtrauern nach der Ex, das fast schon als Ode an sie zu verstehen ist, als auch von der Geborgenheit eines Zuhauses oder der Vergänglichkeit der Jugend und Liebe sowie der Erkenntnis darum.

Wunderschöne Metaphern und Textpassagen finden sich in fast allen Liedern, so z. B.: "I´ll never know how somebody could be so irreplaceable" (wunderschön gesungen!) oder "You left your writing on the map", oder "My little star". - Einfach süß! Der Sänger Segura kann so hoch singen, dass er damit fast schon Portugal The Man Konkurrenz machen könnte, nur dass es dennoch männlich klingt. Aber auch Country-anmutende Musikpassagen finden sich in Lied 9 der CD wieder (das typische Gitarrengejaule). Dass sie die volle Klaviatur der Musikvielfalt drauf haben,
zeigt sich auch darin, dass Track 9 als Track 16 dann richtig rockig-weich daherkommt - vergleicht mal!

Fazit: Alles in allem ein wunderbares Album zum Immer-wieder-Reinhören, das sehr viele schöne Texte und Melodien zum Mit- und Nachsingen zu bieten hat. Wer´s rockig und poppig mag, kommt hier voll auf seine/ihre Kosten. Ich kann´s nur empfehlen - trotz des Booklet-Fiaskos.

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Autorin / Autor: Roswita Jakopcevic - Stand: 2. Januar 2018