Keiner kommt davon

Autorin: Sally Nicholls
Übersetzt von Beate Schäfer
ab 12 Jahren

Die vierzehnjährige Isabel lebt im Jahre 1349 mit ihrer Familie ein zufriedenes und sehr einfaches Leben in einem kleinen Dorf in England. Niemals hätte sie gedacht, dass ihr dieses Leben so einfach und schnell genommen werden könnte, doch leider verschont die Pest keinen. Erst ist sie in Frankreich bei den Heiden, dann in London, dann plötzlich in York und dann schon in Isabels Dorf, und schneller als das junge Mädchen es realisieren kann, ist der Großteil ihrer Familie tot. Nur noch sie, ihr kleiner Bruder, ihre kleine Schwester und ihr langjähriger Freund Robin sind noch am Leben. Es scheint, als habe das Überleben keinen Sinn mehr, aber Isabel muss für ihre Geschwister und Robin stark bleiben.

„Keiner kommt davon – eine Geschichte vom Überleben“ beschreibt auf 274 Seiten wie der schwarze Tod fast die Hälfte der Bevölkerung Englands umbrachte. Kaum jemand, der mit der Pest in Berührung kam, hat überlebt, ein großes Wunder also, dass es Isabel schafft zu überleben. Das Wissen, dass es genau so passiert ist und die Menschen wirklich so gelitten haben, hinterlässt bei dem Leser die meiste Zeit über eine Gänsehaut am ganzen Körper. Der Schreibstil der Autorin verstärkt diese realistische Atmosphäre nur noch mehr. Sie schreibt bildlich und lebhaft aber auf der anderen Seite auch sehr klar und fast kalt. Man kann sich förmlich in die Atmosphäre, die in dem Dorf und Isabels Umgebung herrscht, hinein fühlen. Auch Isabels Charakter ist gut beschrieben, man kann förmlich ihre innerlichen Qualen spüren, als ihr Vater und ihr Stiefmutter sterben und das vierzehnjährige Mädchen mit ihren kleinen Geschwistern zurück lassen.
Was mich auch völlig überrumpelt hat, war das Ende. Dem Buch und dem Thema sehr angemessen, hat es mich dennoch vollkommen überrascht.

Sally Nicholls Buch beschreibt ein sehr ernstes und wichtiges Thema in der Geschichte, das in den Geschichtsbüchern in Schulen leider viel zu wenig erwähnt wird. Deswegen kann ich dieses Buch wirklich jedem nahe legen – egal ob jugendlich oder erwachsen – der etwas beim Lesen dazu lernen möchte. „Keiner kommt davon“ ist kein staubtrockenes Lehrbuch, sondern ein aufwühlendes und bewegendes Jugendbuch, das den Leser in Welt des Englands im Jahre 1349 entführt. Die bewegende Geschichte lässt einen erst los, wenn man die allerletzte Seite verschlungen hat.

Was mir noch besonders gut gefallen hat, war das Glossar am Ende des Buches. Man lernt noch viel Neues dazu, wie dass es drei verschiedene Arten der Pest gibt, oder dass 13 Jahre später der schwarze Tod erneut England heimsuchte. Außerdem erzählt Sally Nicholls, was sie dazu bewegt hat, dieses Buch über dieses Thema zu schreiben, was einen schönen Einblick in die Gedankenwelt der Autorin ermöglicht.

Alles in Allem hat mir dieses Jugendbuch sehr gut gefallen, da ich mich auch sonst sehr für geschichtliche Themen interessiere. Für alle Leser, die diesem sehr wichtigen Thema in der Geschichte der Menschheit auf leichte Weise näher kommen möchten, ohne dicke Lehrbücher wälzen zu müssen, kann ich „Keiner kommt davon – eine Geschichte vom Überleben“ sehr ans Herz legen.

Erschienen bei Hanser

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Autorin / Autor: anna95 - Stand: 6. Mai 2014
 
 
 

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