Kein Vertrauen in die Qualifikation?

Fachkräftemangel: „Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt immer noch zu bescheiden“

Seit Jahren reden alle vom Fachkräftemangel, und vielerorts werden qualifizierte Arbeitskräfte gesucht, da verwundert es doch sehr, dass eine Analyse des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ergab, dass Frauen von dieser Situation nicht so profitieren, wie erhofft. Im Vergleich zu Männern bewerben sie sich nämlich immer noch häufiger unterhalb ihres formalen Qualifikationsniveaus. So suchen von derzeit 85.915 arbeitslosen Akademikerinnen nur zwei Drittel eine Tätigkeit, die ihnen entspricht.

Zu bescheiden
„Interessant war es für uns zu sehen, dass Frauen am Arbeitsmarkt immer noch zu bescheiden agieren und viele Akademikerinnen sich auf Tätigkeiten bewerben, die unterhalb ihres formalen Qualifikationsniveaus liegen,“ sagt Lydia Malin, Mitautorin der Studie und Fachkräfteexpertin im KOFA. Obwohl arbeitslose Frauen und Männer im Durchschnitt etwa über den gleichen Bildungsstand verfügen, suchen sie anscheinend grundlegend anders nach Stellen am Arbeitsmarkt. Obwohl sie gut qualifiziert sind, schaut ein Drittel der erwerbslosen Akademikerinnen viel öfter nach einer Stelle, für die sie keinen akademischen Abschluss brauchen und sucht eher nach Helfertätigkeiten. Umgekehrt sieht die Situation bei Männern aus: Während 51 Prozent der arbeitslosen Männer keinen berufsqualifizierenden Abschluss vorweisen können, suchen nur 45,6 Prozent nach einer Tätigkeit als an- und ungelernte Arbeitskraft. Demnach interessiert sich ein Teil dieser Zielgruppe für eine Beschäftigung, die üblicherweise eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordert. Die Studienautor_innen vermuten, dass es daran liegen könnte, dass Männer stärker auf Kompetenzen vertrauen, die sie beispielsweise durch ihre Berufserfahrung erworben haben. Das lässt sie häufig selbstbewusster bei der Stellensuche und Bewerbung agieren als Frauen, weil sie diese Erfahrungen miteinbringen.

Wie können Unternehmen mehr Frauen motivieren, sich zu bewerben?
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung fordert Unternehmen darum auf, ihre Stellenausschreibungen so zu optimieren, dass sich Frauen stärker angesprochen fühlen. Dabei ginge es nicht um ein Entweder-Oder, betonen die Expert_innen. Sie finden es nur wichtig, dass die Ausschreibungen nicht zu viele männlich assoziierte Begriffe enthalten, denn solche Formulierungen sprechen Frauen offenbar weniger an, während die Männer sich davon nicht abschrecken lassen. „Es ist höchste Zeit, dass Unternehmen das Potenzial von Frauen im Rahmen der Fachkräftesicherung stärker nutzen und Maßnahmen ergreifen, diese wichtige Zielgruppe für qualifizierte Aufgaben zu motivieren,“ so Lydia Malin.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 26. Juni 2019
 
 
 

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