In der Haut der Anderen

Sich selbst in einer dunkleren Hautfarbe zu sehen, kann Rassismus schmälern

Warum werden Menschen feindselig und rassistisch? Und was könnte dazu führen, diese Einstellungen zu verändern? In Antirassismus-Trainings wird oft mit Emotionen und Imaginationen gearbeitet, wie zum Beispiel "Stell dir vor, du steckst selbst in einer dunklen Haut", um darüber das Einfühlungsvermögen zu steigern. Wissenschaftler der Royal Holloway University haben diese mentale Übung nun in eine körperliche Erfahrung übersetzt; sie ließen ihre Studien-TeilnehmerInnen sich nicht nur vorstellen, sondern auch fühlen, eine dunklere Haut zu haben. Der Effekt war verblüffend: Tatsächlich änderten sie ihre rassistischen Vorurteile.

Für die Studie wendete das Team die bewährte Methode der Gummi-Hand-Illusion an; dabei schauen die TeilnehmerInnen am Monitor auf die Berührung ihrer vermeintlichen Hand - die aber in Wahrheit eine bildliche Fälschung ist - während ihre wirkliche Hand nicht zu sehen ist. Die Kombination aus Beobachtung der Berührung und dem Gefühl des Berührtwerdens selbst schafft die Illusion, dass die falsche Hand Teil des eigenen Körpers ist.

Das Team wollte nun dieses Verfahren einen Schritt weiter führen und testete, ob die Menschen eine künstliche Hand ebenfalls als eigene erleben können, selbst wenn sie eine andere Hautfarbe hat, und ob dieses dazu führen könnte, rassistische Vorurteile zu verändern.

Die WissenschaftlerInnen testeten zunächst die Einstellungen ihrer europäischen TeilnehmerInnen gegenüber Menschen mit dunkler Haut, führten dann mit ihnen das Gummi-Hand-Experiment mit einer dunkelhäutigen Hand durch und prüften danach, ob sich ihre rassische Haltung verändert hatte. Es stellte sich heraus, dass je intensiver die TeilnehmerInnen das Gefühl hatten, EigentümerIn der dunkelhäutigen Gummihand zu sein, umso positiver wandelte sich ihre fremdenfeindliche Einstellung.

"Diese Studie könnte wichtige Impulse liefern, um rassistische Einstellungen zu reduzieren", sagte Forscherin Lara Maister von der Abteilung für Psychologie an der Royal Holloway. "Es kommt auf eine wahrgenommene Ähnlichkeit zwischen weißer und dunkler Haut an. Die Illusion erzeugt eine Überlappung, was wiederum hilft, negative Einstellungen zu reduzieren, weil die Teilnehmer weniger Unterschiede zwischen sich und denen mit dunkler Haut sehen."

Dr. Manos Tsakiris, der die Studie leitete, sagte: "Da rassistische Haltungen oft in einem frühen Alter gebildet werden, nimmt man an, dass sie im Erwachsenenalter relativ stabil bleiben. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass wir sie positiv verändern können, indem wir verstehen lernen, wie das Gehirn sensorische Informationen über den eigenen und fremder Körper verarbeitet. Es wird interessant sein, ob man diesen Effekt mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wiederholen kann, und ob wir diese Erkenntnisse auch außerhalb einer Laborumgebung verallgemeinern können."

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 22. Mai 2013
 
 
 

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