Holmes und ich – Unter Verrätern

Autorin: Brittany Cavallaro
Übersetzt von Anja Galić

Buchcover

"Holmes und ich - Unter Verrätern" ist der zweite Band der Sherlock Holmes Adaption von Brittany Cavallaro.
Jamie und Charlotte sind bei ihrem ersten Fall beinahe umgekommen und machen sich nun auf den Weg, um einige Zeit bei abwechselnd Jamies und Charlottes Familie in England zu verbringen. Auf dem Landsitz der Holmes angekommen, gehen einige merkwürdige Dinge vor, Charlottes Mutter erkrankt - vergiftet?- und Charlotte Holmes Lieblingsonkel verschwindet spurlos. Dazu ist die Beziehung zwischen Charlotte und Jamie nicht ganz klar. Die Beiden machen sich auf den Weg nach Berlin, um Charlottes Onkel zu finden, stoßen dabei auf den totgeglaubten Ex-Schwarm Charlottes und müssen sich mit Kunstfälschung auseinander setzen.

Ich bin ein sehr großer Sherlock Holmes Fan, sodass ich von Adaptionen eine sehr hohe Erwartungshaltung habe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich damit anfreunden kann, dass Holmes und Watson in dieser Version so eine Art "Liebesbeziehung" führen, aber das ist mein persönliches Empfinden, weil ich es tatsächlich sehr schön gefunden hätte, wenn es diese Geschichte ohne diese kleine Liebesgeschichte ausgehalten hätte. Charlotte und Jamie sind übergangsweise vielleicht beide etwas nervig, aber das mag wahrscheinlich auch nicht jeder so empfinden. Jamie verkörpert für mich nicht den selben Charme wie in bekannten Adaptionen wie zum Beispiel die BBC-Serie oder das Original von Conan Doyle. Zwar können Watson und Sherlock in keiner Version ohne einander, nur basiert das auf einer sehr sonderbaren Freundschaft, hier hatte ich das Gefühl, Jamie rennt Charlotte die ganze Zeit hinterher, weil er von ihr mehr möchte als eben diese. Leander, also Charlottes Onkel, fand ich dagegen sehr sympathisch, auch wenn er tatsächlich eher selten auftritt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Verhalten August Moriartys, dem EX-Schwarm Charlottes, dem sie übel zugespielt hatte, glaubwürdig finde. Allerdings finde ich es sehr erfrischend, dass ein Moriarty hier die Seiten gewechselt hat und tatsächlich mit einer der nettesten Personen ist, die man im Buch findet.

Für mein Empfinden, hat sich das Buch auch sehr gezogen, ich hab verhältnismäßig sehr lange gebraucht, um es zu lesen. Ich glaube aber, dass das Buch sehr vielen Menschen gefallen würde. Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut, dazu ist die Grundidee, dass  Holmes ein Mädchen ist, schön. Die Liebesgeschichte, mag ich auch nicht ihr größer Fan sein, ist sehr authentisch. Man kann sie auch nicht wirklich Liebesbeziehung nennen, aber gerade das, dass sie solange braucht um sich zu entwickeln und dass beide Parteien in dieser Hinsicht vor allen auf Charlottes Vergangenheit bezogen, sehr vorsichtig sind, macht sie sehr glaubwürdig. Charlottes Familie mag ein bisschen schrullig sein, passt aber gut in den Roman und ist sehr lustig, auch Watsons Familie finde ich sehr sympathisch, vor allen den Vater.


Erschienen bei dtv

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Autorin / Autor: loveathletics - Stand: 17. Juli 2017