Geliebte Angst

Autorin: Rebekka Knoll
ab 14 Jahren

In dem Buch „Geliebte Angst“ von Rebekka Knoll geht es um Emilia, die ihren Freund Mariko bei einem Autounfall verloren hat und seit seinem Tod merkwürdige Sms und Facebook Nachrichten von seinem Account bekommt.

Emilia ist geschockt. Ihr Freund Mariko ist gegen einen Baum gefahren und dabei verunglückt. Noch schlimmer wird die Situation allerdings, als sie auf einmal eine Facebook Nachricht von ihrem tot geglaubten Freund bekommt. Als es nicht bei einer bleibt, fängt Emilia an, mit ihren zwei Freundinnen den Schreiber zu jagen. Der falsche Mariko aber ist clever, unauffindbar und vor allen Dingen ein Meister darin, die Leute zu manipulieren. Denn Emilia fängt langsam an, seinen Worten Glauben zu schenken.

Als ich den Buchrücken von „Geliebte Angst“ gelesen habe, war ich von der Thematik des Thrillers sofort begeistert. Der Inhalt klang spannend und neu, ich hatte so etwas in dieser Form noch nie gelesen. Bei neu sollte es im Laufe meines Leseflusses auch bleiben, über spannend lässt sich vermutlich diskutieren.
Meiner Meinung nach ist der Thrill, den ich von dem Buch erwartet hatte, nicht aufgekommen, da der kuriose SMS- Verfasser sich nie zeigt oder Emilia in wirklich gefährliche Fallen lockt. Der immer gleich bleibende, niemals zu hohe Spannungsbogen hält sich in diesem Maße bis zum Schluss, es gab keinen Showdown, was ich persönlich sehr schade fand. Bei der Entwicklung des Buches hätte ein spannendes Ende eigentlich sein müssen. Leider war dieses Mal wieder ein typisches Jugendthrillerende: zwar nicht vorhersehbar (denn bei der „Wer-ist-der-Täter-Frage“ musste man miträtseln, ich wäre niemals auf die Lösung gekommen, allerdings fand ich sie ein ein wenig zu weit hergeholt), aber gespickt mit einer schnellen Aufklärung und einem zu abrupten Schluss.

Die Charaktere sind Charaktere, deren Namen man in einer Woche vermutlich wieder vergessen haben wird. Knoll versucht auch den Nebencharakteren Farbe zu geben, was meiner Meinung aber nicht unbedingt gelingt. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass mir die handelnden Personen in irgendeiner Art und Weise unsympathisch gewesen sind, nein ich mochte sie schon. Emilia hätte im Laufe des Buches eigentlich auf den Täter kommen müssen, denn er ist sehr stark mit einem eigentlich großen Ereignis aus ihrer Vergangenheit verknüpft. Dass sie es nicht getan hat, fand ich sehr naiv. Auch konnte ich ihr Verhalten am Ende nicht mehr unbedingt nachvollziehen.

Zusammenfassend ist „Geliebte Angst“, ein Buch, das sich aus der breiten Masse der Jugendthriller nicht abhebt, weder im guten noch im schlechten. Es hat mich unterhalten, mir war beim Lesen nicht langweilig, allerdings hätte der Spannungsbogen besser ausgearbeitet sein müssen. 


Erschienen bei cbt

    Autorin / Autor: loveathletics - Stand: 15. Juni 2015