Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Autorin: Estelle Laure
übersetzt von Sophie Zeitz

Buchcover

In den ersten siebzehn Jahren ihres Lebens hat Lucille viele Dinge als selbstverständlich hingenommen. Eine heile Familie – ihr Vater, ihre Mutter, ihre kleine Schwester Wrenny und sie; ein Dach über dem Kopf; ihre beste Freundin Eden; und die Tatsache, dass sie mit deren Zwillingsbruder normal sprechen konnte, ohne dass ihre Hormone dazwischen funkten. Ihr Leben funktionierte. Bis zu dem einen Tag, an dem der Vater die Familie verließ und somit alles auf den Kopf stellte.
Einige Wochen später verschwindet schließlich auch Lus und Wrennys Mutter in einen Urlaub, aus dem sie nicht mehr zurückkommt. Nun liegt es an Lu, die Dinge in die Hand zu nehmen: Rechnungen zahlen, Geld verdienen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Gleichzeitig soll niemand merken, dass ihre Mutter nun auch weg ist, und außerdem soll Lu ihre Gefühle für Edens Bruder Digby in den Griff bekommen. Und wer ist der Unbekannte, der sich scheinbar um sie sorgt, ihre Schränke mit Lebensmitteln füllt, Muffins vor ihre Haustüre stellt und den Garten neu erblühen lässt?
Lus Leben gleicht einer Achterbahnfahrt, und sie muss herausfinden, dass es im Leben manchmal doch nicht schlecht ist, anderen Menschen ihr Vertrauen zu schenken.

Meine Meinung
Schon das Cover hat mich sehr angesprochen. Der doch relativ lange Titel nimmt die gesamte Seite in Anspruch, es wirkt verspielt, auch wenn das Buch dann doch eher ein ernstes Thema behandelt.
Dem Klappentext zufolge erwartete ich einen Liebesroman für Zwischendurch, doch dieses Buch hat viel mehr Tiefgang als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Meiner Meinung nach ist es nicht der Konflikt, dass Lu sich in Digby verliebt, der dem Buch Leben gibt, sondern die Veränderungen, denen Lu trotzen und die sie bewältigen muss, an denen sie wächst.
Die Autorin schafft es in wenigen Seiten, dem Leser die Hauptcharaktere authentisch vorzustellen und ich konnte mich gleich in Lus Lage hineinversetzen. Ihre Motivationen waren gut begründet, und im Laufe des Buches konnte ich sogar verstehen, was die Mutter dazu bewegt haben könnte, ihre Kinder im Stich zu lassen und einfach so abzuhauen. Großes Lob hierfür also an die Autorin!
In diesem Buch geschieht gleichzeitig sehr wenig und doch sehr viel. Doch was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass alles von den Protagonisten vorangetrieben wird. Nichts passiert einfach so, keine Handlung wirkt wie aus der Luft gegriffen, alles ist in sich schlüssig.
Auch der Liebesgeschichte zwischen Lu und Digby kann man beim Wachsen förmlich zusehen. Hierbei habe ich Lus Gefühle zwar am Anfang sehr heftig und verknallt-Teenie-mäßig empfunden, aber mit der Zeit, wenn man Digby besser kennen lernt, kann man diese Verliebtheit selber auch sehr gut nachempfinden.
Im Großen und Ganzen hat mir dieses Buch sehr gefallen, es liest sich sehr flüssig und ist, einmal angefangen, nur schwer aus der Hand zu legen.


Erschienen bei KJB Verlag

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    Autorin / Autor: sunnygirl007 - Stand: 31. März 2016