Fürchtet uns, wir sind die Zukunft

Autorin: Lea-Lina Oppermann

Worum geht es?
Theo Sandmann kann endlich seinen Traum verfolgen. An der Musikakademie Musik studieren! Noch dazu ist sein Mentor, Herr Goldstein, grandios und er zeigt Theo ganz neue Seiten der Musik, die er sich nie hätte erträumen lassen. Und eines Tages ist da plötzlich auch ein Mädchen. Aida. Zuerst bezaubert sie Theo mit ihrer Ausstrahlung, doch schon bald ist es viel mehr als das. Theo erfährt von DER ZUKUNFT. DIE ZUKUNFT, für die sie sich stark machen müssen. Was auch kommen möge. SIE ist das was zählt. Für SIE müssen wir Opfer bringen. Und dann erfährt Theo noch etwas... Und er ist wie verwandelt. Nie hätte er das erwartet und doch macht es ihn stärker. Viel stärker.

Meine Meinung:
„Moll ist kein Ausdruck für das, was in mir vorgeht. Nicht mal D- Moll, die dunkelste Klangfarbe überhaupt. Die Todes- Tonart. Jedes Requiem ist in D- Moll geschrieben.“ – Seite 204.

Ich muss ehrlich sagen, dass das Buch mich ziemlich unschlüssig gemacht hat, denn die erste Hälfte hat mir nicht so gut gefallen. Das lag zum einen daran, dass ich mich mit Theo, dem Protagonisten, nicht identifizieren konnte und ich die Geschichte nicht ganz verstanden habe. Zum anderen lag es auch daran, dass man ziemlich schnell in die Geschichte „reingeworfen“ wurde, sodass man nicht wirklich Zeit hatte, sich in der Welt der Musikakademie wiederzufinden.

Zudem hatte mir das erste Buch „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea- Lina Oppermann sehr gut gefallen, weshalb ich anfangs etwas enttäuscht war, dass mir dieses nicht so gut gefällt. ABER die Autorin hat mich dann doch definitiv vom Gegenteil überzeugt! Aida, eine der Protagonisten, hat die Geschichte wirklich sehr interessant gemacht! Man konnte nie auch nur schätzen, was sie als nächstes tun würde, denn sie war sehr einzigartig und mir gefielen ihre Gedankengänge unheimlich gut. Vor allem ihre Reden, die sie manchmal hält, gefielen mir gut, denn sie haben einfach mal gezeigt, wie stark auch Jugendliche sich für DIE ZUKUNFT einsetzen können und auch wie viel uns davon mitnimmt!
Zwar haben alle Protagonisten in dem Buch manchmal unverständlich gehandelt, doch das hat dann doch ganz gut gepasst, da das Buch eben genauso besonders und sehr eigen war.

„Fürchtet uns, wir sind die Zukunft“ gehört wirklich zu den Bücher, die man nur als ganzes Werk betrachten kann und auch erst dann richtig versteht. So ging es nämlich mir. Am Ende verstand ich die Botschaft ganz deutlich und es hat mich wirklich mitgenommen. Ich habe dann auch so manches besser verstanden, was ich wiederrum inmitten der Geschichte erst nicht verstanden hatte. Das Buch war sehr emotional und alle Stärken wurden in der zweiten Hälfte erst richtig deutlich, was ziemlich schade war, denn das Buch hätte mit einem besseren Anfang ein 5- Sterne- Buch werden können. Der Schreibstil hat mir aber im ganzen Buch sehr gut gefallen. Diese Atmosphäre in der Musikakademie und auch das Untertauchen in die Musikwelt ist Lea- Lina Oppermann toll gelungen. Der Schreibstil spiegelt aber auch die Besonderheit des Buches sehr gut wieder, da die Autorin sehr wortgewandt und an manchen Stellen schon sehr poetisch geschrieben hat. Und wenn ihr verstehen wollt, warum ich „DIE ZUKUNFT“ ständig groß schreibe, dann solltet ihr das Buch selber lesen. ;-)

Fazit:
Ein überaus starkes Buch, das mich zum Nachdenken gebracht hat und manche Dinge der heutigen Zeit auch einfach mal in Frage gestellt hat. Und obwohl die erste Hälfte etwas schwächer war, konnte mich die zweite umso mehr überzeugen!


Erschienen bei BELTZ & Gelberg

Deine Meinung zu diesem Buch?

Autorin / Autor: Julia M. - Stand: 22. Februar 2021