Freizeitkrank

Studie zu Leisure Sickness: Warum wir so oft im Urlaub krank werden

Da hat man sich wochenlang auf den Urlaub gefreut und kaum sitzt man im Zelt oder am Hotelpool, kribbelt´s in der Nase und der Hals tut weh... Mist! Eine Erkältung! Und das ausgerechnet in den Ferien! Dieses Phänomen heißt in der Forschung "Leisure Sickness", also frei übersetzt "Freizeitkrankheit", und es gibt nicht wenige, die davon betroffen sind. Eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der IUBH (Internationale Hochschule Bad Honnef · Bonn) ergab, dass 22 Prozent der mehr als 2.000 Befragten in ihrem Leben bereits an Leisure Sickness erkrankt waren, somit ist jeder Fünfte von der Freizeitkrankheit betroffen.

„Dies ist die erste deutsche Studie, die tatsächlich feststellt, wie viele Personen von dem Phänomen betroffen sind. Dass es jeder fünfte Deutsche ist, hätten wir nicht erwartet,“ so Prof. Dr. Claudia Möller, die an der IUBH die Thematik Leisure Sickness untersuchte. Eine ältere Studie um den Psychologen Ad Vingerhoets – die sich jedoch nur auf die Niederlande bezog - kam vor rund 15 Jahren zu einem viel geringeren Ergebnis.

Leisure Sickness ist kein Randphänomen
Erstaunlich sei, dass sich Leisure Sickness durch alle Berufsgruppen ziehe: Nicht nur Führungskräfte, sondern auch Selbständige/Freiberufler oder Angestellte klagten darüber, dass sie während des Urlaubs oder am Wochenende vermehrt krank geworden seien. Damit ist widerlegt, dass sich dieses Phänomen allein auf Personen mit Führungsverantwortung beschränkt; alle Erwerbstätigen nehmen ihre Arbeit offenbar „im Kopf“ mit nach Hause.

Dauernd erreichbar
Diejenigen, die besonders häufig unter Leisure Sickness leiden, neigen eher dazu, während ihrer Freizeit beruflich erreichbar zu sein, sei es per E-Mail oder telefonisch. Ein Abschalten vom Job scheint bei ihnen nicht möglich zu sein, so die Ergebnisse der YouGov-Befragung.

Auch eine größere Anzahl von unbezahlten Überstunden scheinen bei "Freizeitkranken" häufiger aufzutreten: Wenn sie die ihnen übertragenen Aufgaben nicht innerhalb der Vierzig-Stunden-Woche erledigen können, opfern sie ihre Freizeit – ohne dafür einen Lohnausgleich zu erhalten.

Leisure Sickness und der unruhige Schlaf
Eine wichtige Erkenntnis der Befragung ist außerdem, dass diejenigen, die verstärkt an der Freizeitkrankheit leiden, auch häufiger über einen schlechten und unruhigen Schlaf klagen. Im Umkehrschluss heißt das: Diejenigen, die nicht an Leisure Sickness leiden, sind häufiger zufrieden mit ihrem Schlafverhalten und gehen morgens erholter zum Job.

Ansprüche an sich selbst herunterschrauben
Doch was kann man tun, um gar nicht erst an Leisure Sickness leiden zu müssen? Wer sich zu viel im Job und in der Freizeit vornimmt, neigt dazu, sich selbst zu stressen. Prof. Dr. Möller rät daher unter anderem dazu, die Ansprüche an sich selbst herunterzuschrauben. Zudem sei Perfektionismus nicht angebracht: Man dürfe keine Angst vor dem Unerledigten haben, da dies sonst zu Unzufriedenheit führe.

Also, lasst Unerledigtes ruhig mal liegen und schaltet euer Smartphone im Urlaub öfter mal aus - und dann erholt euch! Schöne Ferien :-)

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/Pressemitteilung - Stand: 26. Juli 2017
 
 

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