Fans des unmöglichen Lebens

Autorin: Kate Scelsa

Jeremy hat ein furchtbares Schuljahr hinter sich: Beschmierter Spind, gemeine Zettel, blöde Sprüche – alles was seinen Mitschülern einfällt. Um ihn dazu zu bringen, mit anderen Schülern zu sprechen, schlägt ihm sein Lehrer Peter vor, einen Kunstklub zu gründen, was Jeremy nach nur kurzem Zögern auch tut. Im Kunstklub sammeln sich sämtliche Außenseiter der Schule: Rose, die lesbisch ist, Talia, die als Streberin gilt und Mira und Sebby: die beiden sind beste Freunde seit sie sich in der Psychatrie kennen gelernt haben. Mit diesen beiden verbringt Jeremy schon bald seine ganze Freizeit, in der kreativen Mira findet er schnell eine beste Freundin und dem charmanten Sebby ist er bereits ab der ersten Begegnung verfallen. Aber Sebby hat Probleme, die sich verschärfen, als er immer mehr Zeit mit xxx verbringt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein recht vorhersehbarer Niedergang der Freundschaft, Sebby schottet sich gegenüber seinen Freunden ab und benimmt sich zusehends unfreundlicher und unvernünftiger. Die Situation eskaliert, als Sebby verschwindet...

Meine Meinung
Das Buch ist unterhaltsam zu lesen, auch wenn der Verlauf der Handlung ab einem gewissen Punkt absehbar ist. Ein wenig anstrengend zu lesen sind jedoch die Kapitel aus Sebbys Sicht, da sie in der zweiten Person geschrieben sind. Vermutlich soll damit seine Entfremdung zu sich selbst illustriert werden, es wirkt aber eher gekünstelt. Die Nebencharaktere sind etwas platt und zum Teil sehr unrealistisch gezeichnet, so etwa Mitschülerin Talia, Sebbys Pflegemutter Tilly oder auch der Lehrer Peter: Er lässt sich von den Schülern duzen, hat Verständnis für jedes Problem, und wenn seine Schüler unangekündigt bei ihm zu Hause aufkreuzen, lädt er sie auf eine Apfelschorle und weise Ratschläge in seinen Garten ein.
Bei den Hauptfiguren hat sich Scelsa deutlich mehr Mühe gegeben. Zwar sind Mira und Sebby auch alles andere als gewöhnlich, doch dadurch, dass sie mit schwerwiegenden Problemen kämpfen, gewinnen sie deutlich an Tiefe, und die besondere Dynamik zwischen den beiden ist nicht nur für den Leser unterhaltsam, sondern man begreift auch, weshalb Jeremy sofort fasziniert ist.

Trotz seiner Schwächen habe ich das Buch zügig gelesen und hatte Spaß dabei! Ideal für eine lange Zugfahrt!


Erschienen bei cbj

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Autorin / Autor: Margarete - Stand: 27. Januar 2021