Fabula - Das Portal der dreizehn Reiche

Autor: Akram El-Bahay
Mit Illustrationen von Max Meinzold

Schon das bezaubernd gestaltete Buchcover beeindruckte mich. Die Innenseiten des Buchdeckels sind mit spannenden Zeichnungen versehen. Am Ende des Buches erwartet den Leser ein schönes Quiz mit dem Titel: Welcher Charakter aus Fabula bist du? und "Die dreizehn Feenkreiszeichen Fabulas gesehen und beschrieben von Phillip Grimm" werden kurz und verständlich vorgestellt. Dem Autor ist klar, dass der neugierige Leser schon vorher diese letzten Seiten lesen wird und so schnell wie möglich erfahren möchte, wer Phillip Grimm ist, warum das dreizehnte Feenkreiszeichen vergessen wurde, wer die dreizehnte Fee war, und welches Volk zu ihr gehörte.

Und so befinden wir uns schon mitten in der wundervollen Geschichte, die von Fabula und seinen Wesen handelt. Die Zwillinge Charlotte und Will gelangen unfreiwillig mittels eines Baumes im Central Park in New York, der ein Portal darstellt, in das Reich Fabulas. Dort leben zwölf Völker mit ihrer jeweiligen Fee. Nur die dreizehnte Fee und deren Volk ist aus dem Gedächtnis der dort lebenden Wesen verschwunden. Die Zwillinge begeben sich in Fabula auf eine Reise zu sich selbst und erhalten dabei den Auftrag, Fabula vor der Auflösung zu bewahren.

Sehr einfühlsam schildert der Autor die Situation der Haupthelden.
Die Zwillinge leben mit ihrer liebevollen Mutter in einer kleinen Wohnung in New York. Sie sorgt als Pflegerin im naheliegenden Krankenhaus für das nötige finanzielle Auskommen. Der Vater ist eines Tages verlorengegangen, wie Will feststellt. Er liest viel in den Büchern seines Vaters, um dessen Nähe zu spüren. Auch besitzt Will ein Erzähltalent und fühlt sich gegenüber seiner perfekten Schwester manchmal unwohl. Charlotte kann vieles, möchte bewundert werden und sucht Anerkennung durch gute Leistungen in der Schule.
In Fabula angekommen, stellen die Zwillinge fest, dass sie noch viel zu lernen haben. Sie erwerben neue Fähigkeiten und erkennen, dass sie beide etwas Besonderes sind, wenn sie einfach zu sich stehen.

Dem Autor gelingt es sehr gut, die Veränderungen der beiden Hauptcharaktere mit Witz und Humor darzustellen. Kreativ beschreibt er die Wesen Fabulas.

Aus meiner Sicht ist das Buch sehr spannend geschrieben- Fragen müssen beantwortet werden wie zum Beispiel: Wohin ist die Mutter der Zwillinge entführt worden? Wieso werden die Zwillinge von einem Schattenwesen in ihrer Wohnung angegriffen? Wer ist die dreizehnte Fee? Was passiert, wenn nicht alle Feen weise und gütig sind? Gelingt es Will, Charlotte zu retten? Kann die Auflösung Fabulas verhindert werden?  Der Autor bedient sich auch gekonnt unerwarteter Wendepunkte oder des Mittels des Verrates, um die Spannung zu erhöhen.

Die Geschichte Fabulas zeichnet sich durch einen mitreißenden, klaren und humorvollen Srachstil aus. Die wunderschöne Bildsprache regt die Fantasie sehr an und gefällt mir sehr.

Als Will seine Begabung erkennt und annimmt, spiegelt sich dies auch in der kurzfristigen Änderung der Erzählperspektive wider. Mit diesem Wechsel erhöht sich auch die Spannung im Buch. Plötzlich kann der Lauf der Erzählung bewusst geändert werden. Was für eine ergreifende Erfahrung, nicht nur für Will und die anderen Charaktere, sondern auch für mich als Leserin.

Die Fragen Wills am Ende des Buches lassen auf eine Fortsetzung der Erzählung hoffen. Ich würde mich sehr darüber freuen.

*Fazit:*
Eine wunderschöne Geschichte voller Magie für Leser:innen ab 10 Jahre.

*Erschienen im Baumhaus Verlag*

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Autorin / Autor: summer22 - Stand: 28. März 2022