Ein Flüstern in der Nacht

Autorin: Moya Simons

Buchcover

Rachel Schwarz ist 10 Jahre alt als die Nazis sie, ihre Familie und hunderte weiterer Juden deportieren. Aber Rachel hat Glück, denn ihr Vater konnte sie noch schnell verstecken, ehe sie aus ihrer Wohnung getrieben werden. Eindringlich schärft ihr Vater ihr ein, keinen Ton von sich zu geben. Und genau das tut sie auch, selbst als eine nette deutsche Familie sie findet und kurzerhand beschließt, sie bei sich zu verstecken. Das einzige, dass das junge Mädchen mit sich nehmen kann ist der „längste Schal der Welt“, den ihre Mutter gestrickt hat, und das Tagebuch ihrer älteren Schwester Miri. Dank der liebevollen Zuwendung von Gertrude übersteht Rachel die Jahre bis zum Ende des Krieges, wird dann jedoch vom Roten Kreuz nach England in ein Kinderheim für Jüdische Kriegskinder geschickt. Dort lernt sie mühsam mit ihrer schrecklichen Vergangenheit auszukommen und findet die Kraft wieder zu sprechen. Trotz der schönen Zeit in dem Heim, kann sie es nicht verwinden, dass ihre Familie tot sein soll, bis sie eines Tages einen Brief erhielt, der neuerlich ihr Leben auf den Kopf stellt.

Meine Meinung:
Rachel ist ein faszinierender Charakter, den man einfach von Anfang an mögen muss. Sie ist immer tapfer, obwohl so viel Schlimmes in ihrem Leben passiert und vergisst dabei nie, wer sie ist oder verliert niemals ihren Glauben in die Menschheit. Aber nicht nur Rachel ist eine fesselnde Persönlichkeit, sondern auch Freddie, der Enkel der deutschen Familie, die die kleine Rachel bei sich aufnahm. Durch ihn kann man sehen, wie der man durch die Schule und die Menschen in seiner Umgebung geprägt wird. Anfangs war er ein stolzer deutsche Junge, der Juden hasste, weil es ihm so beigebracht wurde. Aber dank seinen Großeltern merkt er mit der Zeit, wie falsch er liegt und freundet sich mit dem bis dato noch schweigsamen Mädchen an.
Außerdem ist es sehr interessant zu lesen, was mit den Kindern nach dem Krieg passiert ist, da viele Geschichten nur bis zum Ende des Krieges gehen. Während des Lesens muss man einfach mit dem DRK und den Mitarbeitern sympathisieren, weil sie sich aufopferungsvoll um die Kinder kümmern und alles in ihrer Macht stehende tun, um eventuelle Verwandte zu finden oder zumindest eine Adoptivfamilie.
Da das Buch eine Zeitspanne von etwa 10 Jahren beschreibt, aber nur etwa 300 Seiten umfasst, ist es nicht verwunderlich, dass einige Ereignisse etwas zu kurz geraten und damit mehr oder weniger nur umrissen werden, aber da das Buch für das Alter ab 10 Jahren empfohlen wird, sind die Länge und die Beschreibungen in Ordnung.
Man kann lachen, weinen und es gibt überraschende Wendungen, so wie es sich für ein gutes Buch gehört, deshalb finde ich das es sich auf jeden Fall lohnt, das Buch zu lesen.
Ich fand es toll und würde es jedem, der sich ein wenig für den zweiten Weltkrieg interessiert, weiter empfehlen.

Erschienen bei cbj

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Autorin / Autor: cherrysweet - Stand: 5. November 2012