Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod

Autorin: Marie-Kristin Hofmann

Sommer und Tod sind zwei Worte, die gegensätzlicher kaum sein könnten und genau deshalb sofort neugierig machen, denn eigentlich haben wir nicht so viele Sommer vor uns, wie wir denken. Alba muss sich dieser Erkenntnis stellen, als der Tod ihr ein Ultimatum stellt: fünf Aufgaben, ein Sommer, sonst war es das. Das Ungewöhnliche daran ist, dass der Tod nicht in der klassichen Form als Skelett mit Umhang und Sense an ihrer Tür klopft, sondern über eine Steckdose mit ihr spricht. Man denkt zunächst, Alba hat vielleicht ein paar Drähte locker, aber genau diese Idee gibt dem Buch seinen ganz eigenen Charme.
„Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod" von Marie-Kristin Hofmann ist leicht, poetisch und humorvoll, hat aber unter seiner sommerlichen Oberfläche mehr zu sagen, als der Titel zunächst vermuten lässt. Alba träumt davon, als Singer-Songwriterin auf der Bühne zu stehen, führt aber alles andere als ein unbeschwertes Leben, denn ihre Phobien und Ängste halten sie davon ab, auch nur annähernd in die Nähe ihrer Träume zu kommen. Zwischen nächtlichen Ausflügen, Gesprächen auf Häuserdächern und Yogalehrer Marlon mit seinem Apfelkuchenlächeln erlebt sie einen Sommer, der alles verändert.


Fazit
Schon das Cover mit seinem farbigen Buchschnitt sieht so gemütlich nach Sommer und Romance aus, was ein klarer Gegensatz zum Thema Tod ist. Genau das macht beim ersten Betrachten neugierig auf die Geschichte und stellt den Tod direkt als etwas „Freundliches" dar. Besonders das Thema Phobien und Ängste aufzugreifen finde ich sehr gut, denn vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie sehr das einen Alltag einschränken kann. Marie-Kristin Hofmann schreibt darüber mit viel Feingefühl, weshalb ich mir vorstellen kann, dass viele Leute sich dadurch gesehen fühlen. Wer John Green mag und „Eine wie Alaska" oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kennt und liebt, wird sich hier sofort zuhause fühlen, denn das Buch trägt diese selbe Mischung aus Leichtigkeit und echtem Gefühl in sich, die sich nicht einfach mit Beenden des Buches zuklappen lässt. Eine klare Leseempfehlung für eigentlich alle.


Erschienen bei Oetinger

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Autorin / Autor: Laura E. - Stand: 8. Juli 2026