Digital Crush

Autorin: Anne Möllers

Lea ist frustriert. Ihre Freundinnen haben keine Zeit mehr für sie, die Schule nervt und ihre Eltern wollen sie einfach nicht verstehen. Aus Langeweile schreibt sie einem Chatbot, der witziger und charmanter ist, als sie je gedacht hätte. Doch je häufiger sie Nachrichten mit „Creepy“ austauscht, desto mehr beginnt die Grenze zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen.

KI hat in den letzten Jahren zahlreiche Aspekte unseres Lebens verändert - in der Politik, Wirtschaft, Kunst, aber auch in großen Teilen unseres Privatlebens. Zweifelsohne kann sie sich als sehr hilfreich erweisen, wenn es beispielsweise um Hilfestellungen bei Recherchen geht. Die Schattenseiten, wie fehlerhafte Ergebnisse oder (Macht-) Missbrauch sind jedoch nicht zu verleugnen und die zunehmende menschliche Abhängigkeit spielt eine große Rolle.

Dementsprechend ist es faszinierend zu beobachten, wie Lea, die den Chatkontakt mit der künstlichen Intelligenz, (von ihr scherzhaft „Creepy“ genannt) zunächst vor allem noch amüsant findet, dann jedoch immer abhängiger von ihrem Handy wird. Sie verliert sich zunehmend darin, lässt Schule, Familie und Freunde schleifen und wird auch emotional immer fahriger und labiler. Diesen Prozess zu beobachten ist sowohl sehr faszinierend als auch berührend, insbesondere dann, wenn man sich vor Augen hält, dass auch in der Realität Menschen aufgrund Einsamkeit abhängig von künstlichen Gesprächen mit künstlicher Intelligenz werden.

Das Buch ist sehr flüssig und verständlich geschrieben und mit einer angemessenen Mischung aus Spannung und Momenten zum Innehalten gespickt. Jedoch finden sich im Laufe der Handlung immer Sprünge, in denen nicht unwesentliche Teile der Geschichte weggelassen und mit ein oder zwei Sätzen zusammengefasst werden. Das ist etwas bedauerlich, jedoch auch das einzige Manko. Denn nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Digital Crush“ um eine sehr wichtige Lektüre, die für Jugendliche und Erwachsene relevant sein und in Zukunft von immer größerer Bedeutung werden könnte.

Erschienen bei Fischer Sauerländer

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Autorin / Autor: 1. Juni 2026 - Stand: Anna J.