Die Töchter der Elfe 1 - Schicksalstanz

Autorin: Nicole Boyle Rodtnes
Übersetzt aus dem Dänischen von Christel Hildebrandt

Der Jugend-Fantasy Roman „Die Töchter der Elfe - Schicksalstanz” von Nicole Boyle Rødtnes handelt von drei Mädchen, deren Leben durch das Anderssein eingeschränkt wird.
Das Cover zeigt im Vordergrund Blätter und Blumen, im Hintergrund ist ein düsterer Wald mit einem Gewässer auszumachen. Somit vermutet der Leser einen Schauplatz in der Natur oder dass die „Töchter der Elfe” in Zusammenhang mit dieser stehen.
Birke und ihre beiden Schwestern Rose und Azalea sind Elfen und leben im Wald nahe eines Menschendorfs.
Äußerlich unterscheiden sie sich bis auf das riesige Loch in ihren Rücken nicht von gewöhnlichen Menschen. Doch um Lebensenergie zu erhalten, müssen sie im Unterschied zu Menschen, tanzen: Wenn sie sich auf der Bühne zur Musik bewegen, sind die Zuschauer wie von ihnen hypnotisiert, und den Mädchen fliegt deren Energie entgegen. Sie brauchen die Menschen, um zu überleben, doch ihnen ist es unmöglich, ihnen näher zu kommen. Niemand darf die Wahrheit über ihr Dasein erfahren, nicht zuletzt weil andere Elfen die Halbelfen (durch den menschlichen Vater) bei einer Zusammenkunft umbringen würden. Sie leben in einer ständigen sozialen Distanz, haben kaum Freunde und ihr Vater verbietet ihnen zu ihrem eigenen Schutz jegliche Partys, Übernachtungen und Schwimmbadbesuche.
Dadurch ist es ihnen nicht möglich, so zu leben wie andere jugendliche Mädchen. Als Birke Malte kennenlernt, der sie sofort fasziniert und in seinen Bann zieht, lässt sie sich trotz eines Verbots ihres Vaters auf ihn ein. Sie gefährdet durch ihre Gefühle nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Schwestern und Malte. Die Geheimnisse der Elfen versperren den beiden eine Beziehung. Nachdem eine unheilvolle Vision Azalea heimsucht und eine tote Elfe im Bach gefunden wird, verändert sich das Leben der Mädchen jedoch schlagartig. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und die Schwestern wissen nicht, wo sie noch sicher sind...

Meine Meinung
Man wird in Birkes Welt eingeführt und fühlt schnell mit ihr, wenn sie zwischen der Liebe zu Malte und der Sicherheit ihrer Familie steht oder sich auf die Tanzaufführungen freut, bei denen sie sich endlich wieder frei zur Musik bewegen kann. Ihre Denkweise ist nachvollziehbar und als Protagonistin lernt man sie recht gut kennen. Auch die entstehende Beziehung zwischen Birke und Malte ist spannend, da man sich als Leser wünscht, sie könnten offen miteinander sprechen, doch dies für Birke unmöglich ist. Die Handlung ist meiner Meinung nach gut verständlich und logisch.

Das macht das Buch interessant
Ich finde, dass die fantastischen Ideen wie beispielsweise das Loch im Rücken der Mädchen, das sie äußerlich von Menschen unterscheidet den Roman interessant machen und ihn in den Ansätzen von anderen Elfenbüchern unterscheiden.
Das Zusammenspiel vom normalen Alltag des Dorfes und den zurückgezogenen Elfen mit besonderen Kräften funktioniert sehr schön und wird logisch verflochten. Da die Mädchen immer verdeckende Kleidung tragen, nicht vor anderen schwimmen oder auf Partys tanzen, bemerkt niemand, dass sie anders sind.
Was mir persönlich nicht gefallen hat, ist der Schreibstil. Möglicherweise empfinden ihn andere als leicht oder einfach, auf mich machte er jedoch gerade in ruhigen Szenen einen monotonen und abwechslungslosen Eindruck und ich konnte mich teils einfach nicht für die Geschichte begeistern.
Ein anderer Punkt, der mir persönlich nicht gut gefallen hat, ist, dass die Wahrheit, die durchgehend versteckt wird, erst ganz am Schluss enthüllt wird. Die Schwestern vertrauen von vorneherein auf Aussagen, die sich letztendlich als Lügen entpuppen und den gesamten Roman in einem ganz anderen Blickwinkel erscheinen lassen. In anderen Romanen hat diese Vorgehensweise funktioniert und mich auch begeistert, doch in dem Fall fand ich sie nicht überzeugend. Nachdem man als Leser von Anfang an mit Lügen überhäuft wird, um die Elfen zu verstehen, enthüllt sich dann die Wahrheit in einem einzigen Kapitel. Anbei muss jedoch auch gesagt werden, dass der erste Band einer mehrteiligen Reihe verständlicherweise offene Fragen und einen Cliffhanger haben muss, was jedoch meiner Meinung nach hier überstürzt wirkt.

Schöne Ideen
Insgesamt möchte ich sagen, dass die schönen Ideen für die Welt der Elfen das Buch von anderen abheben, dieses Potential in meinen Augen jedoch durch den eintönigen Schreibstil nicht ausgeschöpft wird. Die Wahrnehmung der Protagonistin ist glaubwürdig, man fühlt mit ihr und ist ihrer entstehenden Beziehung zu Malte nahe. Die Handlung ist verständlich und logisch, doch der Cliffhanger in einem der letzten Kapitel enthält grundlegende Wahrheiten, die plötzlich alle auf einmal offenbart werden. Das Buch würde ich als durchschnittlich bewerten und somit persönlich die Reihe nicht weiterlesen.

Erschienen bei Gulliver

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Autorin / Autor: Amelie - Stand: 13. August 2019
 
 
 

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