Die Stille nach Nina Simone

Autor: Tor Fretheim
übersetzt von Maike Dörries

In dem Buch geht es hauptsächlich um Simon, der in einer nach außen hin perfekt wirkenden Familie aufwächst. Doch eines Tages beginnen seine Eltern bei geschlossener Zimmertür lautstark die Musik von Nina Simone zu hören. Anfangs hat Simon nur eine vage Ahnung, was im Schlafzimmer vor sich geht, bald aber muss er erkennen, dass die Lieder die Gewalt, die sein Vater seiner Mutter antut, übertönen sollen.

Simons Mutter selbst überdeckt ihre blauen Flecken, wenn sie aus dem Haus geht, um den Schein der perfekten Familie zu bewahren, bis sie schließlich in einem Waldstück tot aufgefunden wird und all die gut gehüteten dunklen Geheimnisse an die Oberfläche treten.

Ich hatte das Gefühl, dass der Autor keine überflüssigen Bemerkungen und Beschreibungen machte, im Allgemeinen die Sätze knapp und präzise hielt, dadurch ließ sich das Buch flüssig und angenehm lesen. Die Handlung wird jedoch nur langsam vorangetrieben, trotzdem bleibt es bis zu den letzten Seiten spannend. Ich wollte es gar nicht erst wieder aus der Hand legen. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach etwas ganz Besonderes und eher außergewöhnlich, mir persönlich hat er jedoch wirklich gut gefallen. Das Buch bekam gerade dadurch eine besondere Atmosphäre. Ich konnte Simons Handeln und Denken voll und ganz nachvollziehen und fühlte mich selbst wie ein Teil der Geschichte. Das Buch hat mich wachgerüttelt und mir gezeigt, was hinter den Fassaden von scheinbar perfekten Familien vor sich gehen kann, ohne dass jemand außerhalb etwas davon mitbekommt. Das hat mich teilweise auch schockiert.

Wer mit einem Happy End rechnet, den muss ich leider enttäuschen. Es gibt hier kein vollkommen geschlossenes Ende, man muss sich sein Urteil über das Gelesene also selbst bilden. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, eher im Gegenteil.

Fazit: Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da das Thema nicht leicht zu verdauen ist, wer allerdings ein etwas anspruchsvolleres Buch lesen möchte, dem kann ich dieses wärmstens empfehlen.

Erschienen bei mixtvision Verlag

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Autorin / Autor: CisCisCis - Stand: 22. März 2016