Die roten Blüten von Whakatu - Ein Neuseeland-Roman

Autorin: Inez Corbi

Buchcover Die roten Blüten von Whakatu

In dem Jugendbuch "Die roten Blüten von Whakatu – Ein Neuseeland-Roman“ von Inez Corbi geht es um Lina und ihre kleine Schwester Rieke, die nach  Neuseeland auswandern um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Lina verliebt sich in den Farmersohn Alexander, aber ihre gemeinsame Zukunft ist ungewiss. Das Buch verknüpft einen historischen Roman vor dem Hintergrund der Neuseelandbesiedelung mit einer romantischen, abwechslungsreichen Liebesgeschichte.

Nach dem Tod der Eltern können die fünfzehnjährige Lina und ihre kleine Schwester Friederike (kurz Rieke) kaum alleine für ihren Lebensunterhalt sorgen. Währenddessen sucht die 'Neuseeland-Compagnie' arbeitsfähige Auswanderer und die beiden Mädchen entschließen sich, die Reise ins Ungewisse anzutreten. Doch als sie in Neuseeland angekommen sind, erwartet sie nicht das Paradies, sondern die harte Realität: Die Auswanderer haben wenig Land, die letzten Ernten waren schlecht und keiner kann sich Hauspersonal, wie Lina und Rieke es sind, leisten. Schließlich kommen die beiden bei der Familie Treban unter. Doch auch hier reißen die Probleme nicht ab: Die Familie hat hohe Schulden, die Ernte ist mehr schlecht als recht und Lina und Rieke verdienen kein Geld, um die Schulden für ihre Überfahrt abzubezahlen. Als Rieke dann auch noch einen schweren Asthmaanfall erleidet und des Hofes verwiesen werden soll, muss Lina sich entscheiden: Soll sie Herrn Treban heiraten, um ihrer Schwester zu helfen, obgleich ihr Herz für Sohn Alexander schlägt?

Den Hintergrund für den Jugendroman bildet die Auswanderungswelle nach Neuseeland, bei der auch viele Deutsche ihre Heimat hinter sich gelassen haben, um in der britischen Kronkolonie ihr Glück zu machen. Am 16.6.1843 kamen die ersten Siedler mit dem Schiff St. Pauli auf der Südinsel an, später wird der Ort Nelson, heute die Hauptstadt, gegründet. Doch auch wie bei anderen Kolonien verlief das Aufeinandertreffen der eingeborenen Maori und der weißen Siedler nicht immer friedlich. Am 17.6.1843 findet ein Massaker der Maori an weißen Siedlern statt, welches auch später noch die Angst und das Misstrauen der Auswanderer gegenüber den Eingeborenen begründet.
Der Roman verknüpft sehr viele spannende Informationen über Neuseeland, den Alltag der Auswanderer und die Kultur der Maori beispielhaft mit der Geschichte einer deutschen Auswanderin. Er erzählt viel über Sorgen und Nöte, aber auch Bräuche, Freuden und Feste. Die Liebesgeschichte zwischen Alexander und Lina lockert den sonst sehr informativen historischen Roman auf und ruft mitunter ein Schmunzeln des Lesers über Linas Gefühlschaos hervor. Allerdings ist das Buch an manchen Stellen auf Grund einer hohen Detailgenauigkeit sehr langatmig geschrieben. Hinzu kommt, dass am Ende gehäuft die Probleme für Lina und Alexander beschrieben werden, es aber schon recht schnell klar ist, wie die Liebesgeschichte zwischen den beiden enden wird. So ist das Buchende teilweise vorhersehbar und zieht sich zu sehr in die Länge. Hinzufügend ist zu nennen, dass die Sätze mitunter sehr lang und kompliziert sind, sodass das Lesen teilweise erschwert wird.

Insgesamt würde ich den Roman als "Buch ohne großen inhaltlichen Anspruch“ an diejenigen weiterempfehlen, die sich für die Geschichte Neuseelands und Liebesromane interessieren. Es ist kein richtiges Sachbuch, verknüpft jedoch Information mit Belletristik. Ich finde diese Mischung aus Information und Gefühlen insgesamt gut, dennoch war mir persönlich die Liebesgeschichte zu langatmig und gewollt problematisch. Wer auf der Suche nach einer Liebesgeschichte mit einem interessantem Kontext ist, für den ist das Buch genau richtig.

Erschienen bei: cbj

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Autorin / Autor: hanami - Stand: 26. April 2012