Die Mächte der Moria 1

Autorin: Zoraida Córdova
übersetzt von Barbara Imgrund

Morias gehören in die Abschussliste des Königreichs Puerto Leones, da sie besondere Gaben erhalten haben. Auch Renata ist eine Moria und verfügt über eine seltene und ruinöse Gabe, die nicht nur von ihren Mitmenschen, sondern auch von Personen ihresgleichen verachtet wird. Sie ist eine Robarí, diese können Erinnerungen anderer stehlen und komplett auslöschen. In ihrer Kindheit lebte sie im Palast, indem sie als Waffe missbraucht wurde, um Feinde auszuschalten.
Dies passierte bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie von einer Gruppe von Flüsterern oder besser gesagt einer Rebellengruppe, gerettet wurde und sich ihnen letztendlich angeschlossen hat. Alles scheint seinem Lauf zu nehmen, bis plötzlich Dez, der Anführer der Rebellen von Castian, dem Prinzen des Königreiches Puerto Leones entführt wird und er nahezu dem Tode geweiht ist. Nun hängt alles vom Goldenen Faden ab: Renata muss zurück in den Palast, um Dez' Mission zu vollenden und ihn zu retten. Ansonsten könnte es das Ende aller Moria werden.

Folgende Information dienen als Vorwissen, um in die Geschichte besser reinzukommen:

Die Welt der Moria ist magisch und friedlich.
Alles scheint in seiner Ordnung zu sein, bis sich plötzlich ein neuer König an den Thron schmeißt, der besonders hasserfüllt ist. Er beschließt, die Moria zu vernichten; ein Bürger wird nach dem anderen gnadenlos abgeschlachtet oder der Sklaverei ausgesetzt.
Überlebende müssen sich in Sicherheit bringen und aus ihren Heimatorten fliehen.
Es vergehen Jahrzehnte: eine Rebellion von Moria entsteht, die um ihre Existenz und für ihre Gerechtigkeit kämpft darunter auch die Rebellin Ren.

Meine Meinung
Gleich zu Beginn des Buches hat es sich für mich als schwierig gestaltet, mich ins Buch einzufinden, weshalb ich zuerst nicht sehr überzeugt war. Auch die Charaktere, vor allem die Protagonisten, konnten mich am Anfang nicht wirklich überzeugen. Die Ausnahme liegt bei einigen Nebencharakteren, die mich zum Weiterlesen animierten.
Zudem war es eine neue, so wie befremdliche Erfahrung, einfach mitten im Geschehen zu starten. Damit muss man sich erstmal zurechtfinden, welches aber nach ein paar Kapiteln wieder vorbei ist.

Obwohl mir die Welt von Zoraida Córdova und die Varietät der verschiedenen Moria Fähigkeiten sehr gut gefallen haben und diese sehr gut ausgearbeitet wurden, finde ich, dass die Autorin nochmal etwas an den Charaktereigenschaften der Figuren hätte schleifen können. Insbesondere Ren hätte man dem Leser näher bringen können, wobei ich mich aber auch mit ihr als Figur etwas schwer getan habe. Da sie mir in gewissen Situationen sehr gefühlskalt und "schwach” rüberkam, was sich aber durch ihre Weiterentwicklung zum Ende hin enorm bessert.

Ein weiterer Punkt ist der Schreibstil der Autorin, der etwas komplexer aufgebaut ist, weshalb es wahrscheinlich nicht für jeden Leser ansprechend ist, was mich jedoch nicht gestört hat. Ein Faktor der mich aber bedauerlicherweise gestört hat, sind die Momente gewesen, die sich teilweise besonders lang gezogen haben. Man hatte das Gefühl, dass die Geschichte nicht voran schritt, sondern eher sehr lange an der selben Stelle blieb.
Allerdings muss man auch zugeben, dass es sich im Laufe der Geschichte, vor allem im letzten Drittel des Buches enorm gebessert hat.

Abgesehen davon, konnte mich die Geschichte bei einem ganz bestimmen Ereignis, nämlich dem Wendepunkt, überzeugen und komplett mitreißen. Ab diesem Zeitpunkt hat es mich komplett überzeugt und ich habe die Seiten buchstäblich verschlungen. Zusätzlich muss ich sagen, dass der Wendepunkt mein persönlicher Favorit in der Geschichte ist und mich die Enthüllungen am Ende völlig umgehauen haben. Zudem muss ich auch sagen, dass ich auch einige Nebencharaktere sehr ins Herz geschlossen habe und lieben lernte.
Umso mehr freue ich mich auf den zweiten Band und bin neugierig, worauf es schlussendlich hinauslaufen wird.

Fazit
„Die Mächte der Moria“ ist ein epischer und spannender Fantasy Auftakt, der Lust auf mehr macht. Das Worldbuiling war interessant und die Figuren insgesamt sympathisch. Ich bin im Großen und Ganzen sehr glücklich diesem Buch eine „zweite Chance“ gegeben zu haben, da die Geschichte sich bis zum Ende hin um 180 Grad gedreht hat und dem Leser eine so aufregende Geschichte mit tollen magischen Elementen  bietet, und es in einem historischen Setting spielt. - Zoraida C. hat ein gutes Auge, Orte sehr bildlich zu beschreiben, weshalb man sich alles sehr schön vorstellen kann und in diese Welt reingezogen zu wird, als wäre man höchstpersönlich dabei.
"Die Mächte der Moria“ ist ein Fantasy Auftakt, der viel Luft nach oben hat, und sich zu  einer tollen und unglaublichen Fantasy-Epo Buchreihe entwickeln kann.

Erschienen bei Carlsen

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Autorin / Autor: Melanie - Stand: 2. Dezember 2020