Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

Autorin: Laura Creedle
Aus dem Amerikanischen von Barbara Lehnerer

Worum geht es?
„Abelard. Am liebsten hätte ich seinen Namen mit Schreibfeder und in Schönschrift in ein lavendelduftendes Notizbuch geschrieben. Leider sieht meine Handschrift eher so aus, als sei sie einem Serienkiller zum Opfer gefallen. Dysgrafie. Das wenig elegante Leiden.“- Seite 135.
Liebe kann einfach sein. Zwei Menschen treffen sich. Sie lieben sich und fertig. Liebe. Oder auch eben nicht. Liebe kann nicht einfach sein, wenn man Lily Michaels Ryan heißt. Denn Lily hat ADHS und das Gefühl, alles um sie herum kaputt zu machen. So wie auch die Tür in ihrem Klassenzimmer. Jedoch wusste sie vorher nicht, dass sie dabei mit Abelard wortwörtlich zusammenstoßen würde. Abelard mit dem wunderschönen Seitenprofil und mit seinem Autismus. Zwei Jugendliche. Beide sehr eigen. Und beide mit ihren eigenen Grenzen... Ob das gut geht?

Meine Meinung
Als ich gelesen hatte, worum es in dem Buch geht, war ich direkt Feuer und Flamme, denn von einzigartigen Liebesgeschichten bekomme ich einfach nie genug. Mir gefiel aber auch die Idee von einer Liebesgeschichte über zwei Menschen, die beide mit ihren emotionalen bzw. Entiwcklungsstörungen zurecht kommen müssen, denn solche Themen sollten keineswegs tabu sein und so hatte ich dementsprechend auch meine Erwartungen an dieses Buch. Und: Sie wurden alle definitiv erfüllt!
„Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ ist ein authentisches und wirklich wunderschönes Buch über die Liebe. Wenn man erst richtig in der Geschichte ist, dann fliegen die Seiten nur so dahin, denn das Buch ist aus der Sicht von Lily geschrieben und sie war mir von Anfang an sympathisch. Ich mochte es wirklich sehr, wie sie mit ihrer ADHS umging, denn sie war offen und wirklich liebenswert. Dazu gefiel mir ihr Humor unglaublich gut und es gab in diesem Buch oft Stellen, an denen ich wirklich nicht anders konnte, als zu grinsen.

Aber auch Abelard mochte ich. Er war wie das perfekte Gegenstück zu Lily und hob sich mit seiner eher stilleren und doch sehr selbstbewussten Art von den restlichen Protagonisten ab. Meiner Meinung nach ist es der Autorin sowohl mit ihrer Schreibweise, als auch mit den von ihr erschaffenden Protagonisten hervorragend gelungen, mir als Leserin, die mit ADHS oder Autismus noch nicht viel zu tun hatte, diese Themen und die Auswirkungen von ADHS und Autismus auf das Leben der Jugendlichen nahe zu bringen. Ich habe Lily und Abelard in mein Herz geschlossen und werde es vermissen, ihre Reise weiter zu begleiten. Das Buch hat mich berührt und gefesselt, denn es war tiefgründig, witzig, schön und traurig zugleich und einfach anders! Und es war sogar schon nahezu perfekt, denn das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre, dass es noch ein „Weg“ gegeben hätte, wie sich die beiden (Lily und Abelard) verlieben. Denn so wie ich es empfunden habe, ging es ziemlich schnell und der Rest des Buches beschäftigte sich dann meist damit, wie sich ihre Geschichte noch weiter ausbaut. Doch das ist wirklich mein einziger Punkt, an dem ich mir etwas mehr erhofft habe, ansonsten war in diesem Buch alles dabei, was eine Liebesgeschichte wunderschön und einzigartig macht. :-)

Fazit:
Alle, die so manch eine Liebesgeschichte gelesen haben und jetzt auf eine warten, die ganz zart, berührend, witzig, authentisch und wunderschön (ich könnte hier noch einiges aufzählen ;-)) ist, sollten dieses Buch lesen! Vor allem die Protagonisten werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Und falls hier auch jemand dabei ist, der „Eleanor & Park“ gelesen und geliebt hat, dann lege ich auch dem dieses Buch wärmstens ans Herz.



Erschienen bei dtv Junior

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Autorin / Autor: Julia M. - Stand: 26. März 2021