Die Letzte macht das Licht aus

Autorin: Bethany Clift
Aus dem Englischen von Lilith Winter

Es ist der Dezember 2023. Die Welt hat die Corona-Pandemie hinter sich gelassen, Menschen gehen zur Arbeit, treffen Freunde, leben ihr Leben. Doch nun machen Nachrichten aus einem kleinen Ort in den USA die Runde, in dem eine neue, unbekannte Infektionskrankheit aufgetreten ist: „6 Days Maximum“, kurz 6DM beginnt mit den Symptomen einer Grippe und endet bei jedem Infizierten mit dem Tod durch Organversagen – maximal 6 Tage nachdem die Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind. Ähnlich wie bei der Corona-Pandemie setzen die Regierungen alles daran, eine Ausbreitung zu verhindern, ganze Länder oder Kontinente abzuschotten – doch anders als bei Corona gibt es diesmal keine Impfung. Und auch keine Überlebenden.
Bis auf eine junge Frau, die sich in London ein beschauliches Leben aufgebaut hat, mit Mann und Job, einer hübschen Wohnung und ein paar Freunden. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie es vorher war. Zunächst ist sie viel zu beschäftigt, den Tod ihres Mannes, ihrer Freunde und ihrer Eltern zu betrauern, um zu bemerken dass sie selbst nicht erkrankt. Doch je länger sie auf ihren eigenen Tod wartet, desto klarer wird, dass sie die Ausnahme ist. Um sie herum türmen sich in London die Leichen, den letzten lebenden Menschen hat sie vor mehreren Wochen getroffen – ist es tatsächlich möglich, dass sie die Letzte ist? Mit dieser Frage im Hinterkopf macht sie sich auf, um weitere Überlebende zu finden. Auf ihrer Reise lernt sie nicht nur, Feuer zu machen und ihr Essen zu rationieren, sondern auch eine Menge über sich selbst und ihr Leben.

Meine Meinung
Bethany Clift hat mit „Die letzte macht das Licht aus“ ein wirklich außergewöhnliches Buch geschrieben. Die Corona-Pandemie mag ein willkommener Aufhänger sein, und trotzdem geht das Buch weit über das hinaus, was ich erwartet hatte. Das Cover ist wunderbar schlicht und simpel, ohne zu viel zu versprechen. Der deutsche Titel „Die Letzte macht das Licht aus“ gibt einen Vorgeschmack auf den Humor, den der Leser im gesamten Roman erwarten darf. Denn der (womöglich) letzte Mensch auf der Erde ist immer noch das: Ein Mensch. Mit menschlichen Bedürfnissen und menschlichen Problemen. Diese kommen natürlich im Angesicht der Apokalypse besonders zum Tragen und stellen unsere Hauptfigur vor nie gekannte Herausforderungen. Sie meistert diese mal mit mehr, mal mit weniger Bravour und führt uns dabei auch durch die Höhen und Tiefen ihres bisherigen Lebens. Diese Rückblendungen und Erzählungen aus der Vergangenheit ergänzen das Bild der aktuellen Handlung, ohne diese unnatürlich zu unterbrechen oder in die Länge zu ziehen. Clift ist es gelungen, Verzweiflung und Humor auf eine einzigartige Weise zu kombinieren, die den Leser gleichermaßen lachen und leiden lässt. „Die Letzte macht das Licht aus“ bietet Spannung, ohne auf Action angewiesen zu sein. Ich persönlich bin nur so durch die über 400 Seiten geflogen und hoffe sehr, dass es einen zweiten Teil geben wird.


Erschienen bei Heyne

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Autorin / Autor: Lacrima - Stand: 28. September 2021