Der Zauber der verlorenen Dinge

Autorin: Moira Fowley-Doyle
Aus dem Englischen von Karen Gerwig

"Der Zauber der verlorenen Dinge" von Moïra Flowley-Doyle ist im Nachhinein betrachtet doch ein recht gutes Buch. Zu Beginn habe ich das leider anders gesehen. Dadurch, dass ständig zwischen der Perspektive dreier Personen gewechselt wird, kommt die Handlung nur schleppend voran, einige Szenen scheinen überflüssig und man verspürt den Drang, das bis dahin so langweilige Buch einfach wegzulegen. Zudem fand ich es bei den ersten 100/150 Seiten eher schwer, einige Personen richtig einzuordnen: zu welcher der drei Gruppen gehören sie und vor allem, ob sie männlich oder weiblich sind, war dadurch, dass alle Hauptakteure nach englischen/irischen Bäumen benannt sind, nicht immer einfach.

Allen drei Mädchen - Olive, Hazel und Laurel- und ihre Freundinnen verlieren scheinbar banale Dinge.

Außerdem wird nicht klar, wie Rose zu der Gruppe, die sich am Ende gebildet hat, passt. Sie hat eigentlich nichts mit den ersten Ausführern des Zaubers zu tun. Unklar bleibt zudem auch, warum das Zauberbuch genau jetzt wieder aufgetaucht ist, es wird kein konkreter Auslöser klar.

Die Geschichte
Im Allgemeinen ist es aber eigentlich eine recht nette Idee: Jugendliche, die nach einem Fest immer mehr Dinge verlieren und irgendwann durch Zufall auf ein Zauberbuch stoßen. Es beinhaltet einen Zauber, mit dem man Verlorenes wieder zurückbringen kann. Da einige der Jugendlichen sehr große Verluste erleiden mussten, beschließen sie, den Zauber zu sprechen. Das hat allerdings auch einige Folgen, denn für jeden gefundenen Gegenstand muss ein anderer verschwinden. Was aber verschwindet, kann man nicht unbedingt beeinflussen, man sollte also genau wissen, was und wie viel man wieder haben möchte. Zudem finden die Jugendlichen immer mehr Fetzen aus einem Tagebuch, geschrieben von einem Mädchen, das scheinbar ähnliches erlebt hat wie die Gruppe Jugendlicher. Es gilt, den Zusammenhang zwischen der Tagebuchschreiberin und ihren Freundinnen und den aktuellen Geschehnissen zu finden und wieder für Ordnung und Einklang zu sorgen.

Für wen?
Ich würde das Buch nur für Leser empfehlen, die sich wirklich für Übernatürliches und Magie interessieren und weise ausdrücklich darauf hin, dass es zu Beginn etwas dauert, bis der hauptsächliche Plot klar wird. Man sollte also eine gewisse Ausdauer und Geduld mitbringen.
Außerdem spielen die Themen Homosexualität und Ambisexualität eine sehr große Rolle, wer also ein Problem mit Leuten hat, deren sexuelle Ausrichtung sich nicht ausschließlich auf das andere Geschlecht bezieht, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Zudem gibt es ein paar nicht ganz jugendfreie Szenen.

Erschienen bei cbj

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Autorin / Autor: Paula Nick - Stand: 21. Oktober 2019