Der rubinrote Mantel

Autorin: Katarina Genar

Livia bekommt zu ihrem 11. Geburtstag einen roten Mantel geschenkt und freut sich riesig. Er passt wie angegossen und ist ihr schönstes Geburtstagsgeschenk, obwohl er nicht ganz neu ist. Ihre Mutter hat ihn in einem alten Antiquitätenladen gekauft. Livias Freundin findet den Mantel zwar auch wunderschön, will ihn aber nicht tragen. Sie findet, dass er unerträglich viel juckt und kratzt. Und auch alle vorherigen Besitzer haben den Mantel immer wieder zurück in den Laden gegeben. Komisch, findet Livia. Ob es wohl stimmt, dass manche alten Gegenstände eine Seele haben? Ist er es, der sie an ihre Geburtstag den Umweg auf den Friedhof gehen läßt? Dort findet Livia auf dem hinteren Teil das alte Grab von Elin Hedberg, die Anfang der 1930-er Jahre lebte und nur 11 Jahre alt wurde. Der Mantel begleitet sie nun auf den Spuren des schon so früh verstorbenen Mädchens.

Meine Meinung:
Der rubinrote Mantel ist das erste Buch von Katarina Genar, das auf Deutsch erschienen ist. Von der größe der Buchstaben und der Anzahl der Seiten, ist das Buch eher etwas für die vierte oder fünfte Klasse. Von der Geschichte her, würde ich das Buch aber erst ab 11 oder 12 Jahren empfehlen, denn ich empfand sie an manchen Stellen auch ein wenig traurig.

Der Schreibstil ist sehr einfach, aber schön geschrieben. Er hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hält sich am Anfang nicht großartig mit vielen Beschreibungen auf, sie startet gleich mit der Geschichte. Ich empfinde das als einen positiver Punkt, auch wenn ich bei anderen Geschichten kleine Details ebenfalls mag. Aber zu diesem Buch passt gerade dieses Einfache. Von Elin und Livia bekommt man leider den Charakter nicht so viel mit. Aber vielleicht würde das auch nur von der Geschichte ablenken.

Der rubinrote Mantel ist auf jeden Fall eine lesenswerte Geschichte, auch wenn die ein oder anderen Leseratten bestimmt erst einmal denken: „Das ist mir zu dünn!“ Ich hatte das Buch ebenfalls innerhalb von kürzester Zeit durchgelesen und es aber nicht bereut!

Ich muss aber darauf hinweisen, dass dies kein Buch über den Nationalsozialismus ist, was vielleicht einige anhand der Buchbeschreibung denken.

Der rubinrote Mantel hat viele kurze Kapitel, die im Durchschnitt etwa 3-4 Seiten umfassen. Manche Kapitel bestehen aber auch nur aus einem Tagebucheintrag aus Elins Tagebuch. Diese Aufzeichnungen sind überall in dem Buch zu finden und lassen einen so das Schicksal von Elin Hedberg miterleben.

Das Cover des Buches passt gut zu der Geschichte. Es ist sehr geheimnisvoll und vielversprechend gestaltet.

Die Geschichte bleibt auch noch, nachdem man das Buch gelesen hat, ein bisschen an einem hängen. Ich persönlich musste immer wieder an Elin denken und werde dieses Buch sicher noch ein zweites Mal lesen.

Das Einzige, das mich an diesem Buch gestört hat ist, dass die Autorin Elin so viel Ähnlichkeit mit Anne Frank gegeben hat.

Fazit:
Ein sehr schön geschriebenes Buch, was auch noch für die 12 bis 14 jährigen unter Euch geeignet ist.

Erschienen bei Urachhaus

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    Autorin / Autor: silberpfeil - Stand: 31. Juli 2015