Der große schwarze Vogel

Autorin: Stefanie Höfler

In dem Buch „Der große schwarze Vogel“ von Stefanie Höfler geht es um den vierzehneinhalbjährigen Ben, der unerwartet seine Mutter verliert und um seinen Blick auf die vorangegangenen sowie anschließenden Geschehnisse.
So gibt Ben innerhalb der Geschichte wieder, wie sein Vater, seine Tante Gerda, sein Bruder Karl („Krümel“) und auch er selbst mit diesem Erlebnis umgehen oder wie er beispielsweise den ersten Tag in der Schule übersteht und  durch den Tod auch Kontakt zu einer Mitschülerin findet.
Das Buch ist dabei so aufgeteilt, dass jedes zweite Kapitel einen Zeitsprung zur normalen Geschichte aufweist – ungefähr bis zur Hälfte des Buches erzählt Ben hier von Erinnerungen, die vor dem Tod der Mutter gemeinsam mit dieser stattfanden, ab der Hälfte beziehen sich die geschilderten Erlebnisse auf einen größeren zeitlichen Abstand in der ferneren Zukunft (betrachtet vom Zeitpunkt des Todes). Die Hauptgeschichte spielt dabei innerhalb einer Woche nach dem Tod der Mutter, beginnend mit letztgenanntem Zeitpunkt.

Meine Meinung
„Der große schwarze Vogel“ ist eines jener wenigen Bücher, bei denen man nach dem Lesen nicht so richtig weiß, was man darüber sagen soll, geschweige denn wie einem das Buch gefällt.
Es greift die Thematik des Todes und dessen Bewältigung durch die einzelnen betroffenen Individuen auf, zieht einen jedoch nicht in das Gefühlsleben der einzelnen Personen mit hinein, was vielleicht daran liegen mag, dass der Protagonist sich selbst eher als ruhig und beobachtend erlebt.
Diese mangelnde, tiefere Gefühlswelt kann man nun natürlich sowohl positiv als auch negativ auslegen: Negativ ist, dass das Buch (zumindest mich) nicht mitreißen und auch nicht stark berühren kann, positiv hingegen, dass eben durch die wenig geschilderten Gefühle man selbst nicht in den Kummer und einer Form des Schmerzes mit hineingerät (was bei solch heiklen Themen ja auch oft der Fall sein kann).

Da ich persönlich eher der Typ bin, der gerne emotionale Geschichten mag, war das Buch für mich zwar „angenehm“ zu lesen, konnte sich jedoch keinen Platz in meinem Herz erschließen, wenngleich ich denke, dass für andere die Thematik dieses Buches in der gewählten Form durchaus ansprechend sein könnte.
Schwierig fand ich auch, dass plötzlich der vorherige kursiv gedruckte Text von „Damals“ (Vergangenheit) in die Zukunft wechselte, während man selbst noch im Hauptteil der Geschichte feststeckte, der hinterherzuhängen schien. Dennoch eine sehr interessante Idee, so von der Form abzuweichen und einen neuen Aufbau auszuprobieren.

Fazit
Das Buch mag sich für diejenigen eignen, die sich gern mit der Thematik „Tod“ und das Erleben einzelner Personen (explizit einer Familie) beschäftigen möchten, ohne selbst dort zu sehr hineingezogen zu werden.


Erschienen bei Beltz

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Autorin / Autor: khyona - Stand: 24. September 2018