Deadfall

Autorin: Anna Carey
übersetzt von Tanja Ohlsen
ab 14 Jahren

„Deadfall“ ist die Fortsetzung des Thrillers „Blackbird“ von Anna Carey, der im November 2014 erschien. Zuvor veröffentlichte Anna Carey bereits die erfolgreiche Eve-Trilogie, die sich mit einer Liebesgeschichte in einer dystopischen Welt beschäftigt.

„Deadfall“ beginnt genau an der Stelle, an der „Blackbird“ aufgehört hat, es wird also vorausgesetzt dass man den ersten Teil gelesen hat, da man sich das relevante Vorgeschehen sonst nur sehr schwer erschließen kann. Deshalb hier ein paar Worte zum ersten Band: Nachdem Sunny in Los Angeles ohne jegliche Erinnerungen aufwacht, wird ihr schnell klar, dass sie gejagt wird. Sie weiß nichts über sich selbst oder ihre Jäger, nur dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten hat, die es ihr ermöglichen, ihren Verfolgern immer wieder zu entkommen. Nach und nach kehren ihre Erinnerungen zurück und Sunny findet heraus, dass sie Teil eines exklusiven Reality-Spiels ist, bei dem erfahrene Jäger ausgesuchte Zielpersonen, echte Menschen wie Sunny, aufspüren und töten. Die Firma AAE, die die Zielpersonen bereitstellt, sorgt dafür dass der Jäger seine Beute nicht aus den Augen verliert und verwischt anschließend alle Spuren der Morde. Durch Zufall trifft Sunny eine weitere Zielperson, Rafe, und die beiden schließen sich zusammen.

Hier beginnt die Handlung von „Deadfall“. Miteinander schaffen es die beiden, immer größere Teile ihrer gemeinsamen Erinnerungen zurück zu bekommen. Bevor sie in L.A. ausgesetzt wurden, wurden alle Zielpersonen auf einer einsamen Insel gejagt. Nur wer dort lange genug überlegt hatte, wurde ausgewählt um die Migration des Spiels aus der Wildnis in die Zivilisation mitzumachen. Sunny und Rafe beschließen, Hinweise gegen AAE zu sammeln und sich an die Polizei zu wenden. Dafür schließen sie sich mit weiteren Zielpersonen zusammen. Doch auch in der Gruppe sind sie verwundbar und der nächste Jäger könnte hinter jeder Straßenecke lauern...
Wie man bei durch die kurze Zusammenfassung schon merkt, passiert in „Deadfall“ im Vergleich zu „Blackbird“ eigentlich nicht viel Neues. Sunny’s Geschichte wird mit viel Spannung und Action weiter erzählt, der Hauptunterschied zum ersten Band besteht darin, dass Sunny nicht mehr alleine, sondern in einer Gruppe kämpft. Es werden weitere Nebenfiguren eingeführt, die jedoch kaum entwickelt werden und oftmals schon nach relativ kurzer Zeit sterben. Dadurch bekommt die Handlung nur sehr wenig Tiefe, Orte und Personen wechseln zu schnell, als dass sich der Leser an sie gewöhnen könnte. Es entwickelt sich ein Beziehungsdreieck zwischen Sunny und Ben, der bereits in Teil eins eine wichtige Rolle spielt, einerseits, und Sunny und einer weiteren Zielperson von der Insel andererseits.

Nachdem mir „Blackbird“ sehr gut gefallen hat, war ich von „Deadfall“ etwas enttäuscht. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, beide Bände in einem Buch zu veröffentlichen, da sie eng miteinander verknüpft sind und sich logisch nicht voneinander trennen lassen. Das Level an Spannung wird zwar aufrechterhalten, doch hatte ich als Leserin den Eindruck, nur von einer Hetzjagd in die andere zu stürzen. Durch diesen Mangel an Pausen kann man die hohe Geschwindigkeit der Geschehnisse kaum wertschätzen, da Atmosphäre und Detail verloren gehen. Da ich den ersten Band kannte, hat mir das Lesen trotzdem Spaß gemacht, als allein stehendes Buch kann ich „Deadfall“ jedoch nicht empfehlen.

Erschienen bei cbt

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Autorin / Autor: lacrima - Stand: 7. September 2015