Das letzte Zeichen

Autorin: Gemma Malley

Buchcover Das letzte Zeichen

Wir schreiben das Jahr 2065. Nachdem Kriege und Terrorismus die Welt beinahe zerstört haben, wurde die Stadt gegründet, geführt durch eine Regierung, die das Böse ausmerzen und alle Menschen zu vollständig guten Wesen machen will. Evie arbeitet für das System und ist dafür zuständig, den Bürgern ihr Zeichen zuzuteilen: A, B, C – je nachdem, wie »gut« sie sind. Evie selbst gehört zur Elite und soll Lucas heiraten, ein mächtiges Regierungsmitglied. Doch Evie liebt Lucas’ Bruder Raffy. Da erhält Evie eine Änderungsmeldung: Sie soll Raffy ein neues Zeichen geben. Raffy wird als K eingestuft – K wie »Killable« – das Zeichen für den Tod …


Meine Meinung:
Evie hat eine interessante Persönlichkeit. Durch den intensiven Druck, den sie vom System und ihrer Familie verabreicht bekommt, ist sie ein Mädchen, das nicht viel zu sagen hat. Obwohl sie versucht, ihre Eltern immer wieder aufs neuem stolz zu machen, gelingt es ihr sehr selten, denn ihre Eltern entscheiden über Sie, ohne sie in ihren Überlegungen miteinzubeziehen, dabei ist sie seit einigen Tagen mit Lucas verlobt. Und obwohl sie im System ein B trägt, was für recht gut angesehen wird, fühlt sie sich mehr zum Bruder ihres Verlobten hingezogen, der ganz das Gegenteil ist. Evie versucht sich hinter dem Rücken der Familie mit Rafffy zu treffen. Raffy liebt Evie unheimlich und wünscht sich nichts Sehnlicheres, als das sie Lucas nicht heiratet und mit ihm weggeht, wenn das sein musst.

Neben Evie als Hauptprotagonistin, gibt es noch etliche Nebenrollen, die von Vater, Mutter, Bruder, sowie Lucas und Raffy besetzt werden. Alle Figuren haben unterschiedliche Persönlichkeiten.
Der Vater von Evie ist eines der netteren Sorte. Die Mutter hingegen ist das Gegenstück ihres Ehemannes. Sie ist meist schlecht gelaunt, wenn es um Evie geht, was man sogleich am Anfang des Buches miterleben kann. Sie bestimmt sehr viel über Evie und sorgt dafür, dass Evie so gut wie möglich das tut, was man von ihr verlangt. Durch diesen Druck, der sehr stark von der Mutter ausgeht, wirkt Evie in ihrer Position klein. Sie versucht jeden Tag gegen das Böse in sich anzukämpfen, obwohl die Einstellung, die bei ihnen als böse angesehen ist, für uns vollkommen normal wäre. Doch genau diesen Punkt macht den Roman zu einer Dystopie.

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn durch das prachtvolle Cover, die typischen Merkmale der Dystopie und einer gut klingenden Liebesgeschichte, habe ich mich hinreißen lassen, das Buch in die Hand zu nehmen. Nachdem ich das Buch las, fielen mir einige Punkte an Kritiken auf. Zum einen ist die Protagonistin Evie nicht sehr stark an Willenskraft. Die Autorin hat meines Erachtens die Hauptperson, die den Roman wirklich ausmacht und leitet, nicht gut durchdacht und ausgearbeitet. Evie wirkte nicht wie eine Rebellin, die in dem Klappentext hingedeutet wird bzw. den Leser so vermuten lässt. Sie ist das Gegenteil dieses Versprechens. Sie ist schwach und weinerlich. Dazu kommt eine Dreiecksbeziehung, die nicht für die Geschichte spricht.

Der Schreibstil ist stehts einfach und leicht gehalten, so dass jeder schnell in die Geschichte kommen kann. Allerdings kommt kein wirkliches Verständnis für die Protagonistin und das System auf, was nötig wäre, um die Geschichte wirklich richtig verfolgen und verstehen zu können. Ich empfand einige Stellen als unglücklich unnatürlich und die machten mich dann stutzig. Es wirkte unlogisch und unpassend für die Geschichte.
Dennoch gab es einige interessante Szenarien, die man selber nicht vermutet hätte, dazu kamen noch an und ab spannende Stellen.

Fazit:
Das Buch ist definitiv nicht für Jedermann. Wer keine Dreiecksbeziehungen sowie eine etwas zähe Protagonistin mag, sollte wirklich die Finger davon lassen! Ansonsten werden die Leser begeistert sein, die gerne Dystopien in dieser Richtung lesen, sowie die, die gerne ein hoffnungsloses Liebespaar in die Zukunft begleiten und sehen wollen, was aus ihnen wird.


Erschienen bei cbt

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Autorin / Autor: amarylie - Stand: 13. Juni 2012