Das dunkle Flüstern der Schneeflocken

Autorin: Sif Sigmarsdóttir
Aus dem Englischen übersetzt von Ulrich Thiele

„Die Schneeflocken wirken so hübsch, so unschuldig, beinahe aufreizend zart. Doch das täuscht.“. Hannah und Imogen, zwei Mädchen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Imogen ist eine erfolgreiche Influencerin und Hannah muss nach Island ziehen, um dort neu anzufangen.
Jedoch hätte sie nicht erwartet, dass direkt an ihrem ersten Tag eine Leiche gefunden wird und ausgerechnet Imogen Collins als Verdächtige ins Gefängnis kommt. Schnell wird Hannah hellhörig, denn erst vor kurzer Zeit hatte sie Imogen interviewt. Da stellt sich Hannah die Frage, ob es sich bei Imogen wirklich nur um den schönen Schein der Instagram Welt handelt, oder ob die Influencerin  doch nichts mit dem Mord zu tun hat. Sofort fängt Hannah auf eigene Faust an, zu ermitteln und sie gerät dadurch in ein großes, verwickeltes Netz bestehend aus gefährlichen Lügen.

Meine Meinung zu dem Buch:
Als erstes muss man betonen, dass es der Autorin unglaublich gut gelungen ist, brandaktuelle Themen wie soziale Medien oder Gewalt in einem frostigen Thriller zu kombinieren, denn die Themen wurden in die Geschichte sehr gut eingebaut, sodass man beim Lesen auch indirekt auf Dinge aufmerksam gemacht wurde, wie zum Beispiel die perfekte Welt von den sozialen Medien zu hinterfragen!
Island als Kulisse zu nehmen, war auch eine tolle Entscheidung, denn die kalte Atmosphäre passt perfekt in einen Thriller. Ich hatte jedoch ein paar Probleme in das Buch reinzukommen, denn es passiert erst nach ungefähr 150 Seiten etwas spannendes, was die Geschichte dann auch erst ins Rollen brachte.

Der Schreibstil ist sehr wortgewandt und zugleich jugendlich, was die Protagonisten realistisch und die Geschichte sehr originell wirken lässt. Es wurde abwechselnd aus der Sicht von Hannah und aus der Sie- Perspektive über Imogen erzählt. Da hätte ich mir gewünscht, dass auch diese Kapitel stattdessen aus der Sicht von Imogen geschrieben wären, denn die Kapitel von Hannah waren durch die Ich- Perspektive deutlich persönlicher und dadurch auch spannender. Die Idee mit den Instagramposts zwischen den Kapiteln war wirklich toll! Sie haben mir sehr geholfen, mich nach jedem beendeten Kapitel in ein neues einzuleiten.

Hannah und Imogen, aber auch alle anderen Protagonisten hatten einen eigenen Charakter und da sie eben alle sehr individuell waren, wurde die Geschichte sehr vielfältig, denn auch die kleine Liebesgeschichte, die sich abspielt, gab dem Buch etwas Abwechslung. Man erfährt beim Lesen außerdem immer mehr über die Mädchen oder über den Mordfall, sodass man gar nicht mehr aufhören kann, zu Lesen. Hinzu kommt, dass die meisten Thriller größtenteils entweder voraussehbar sind, oder die Auflösung am Ende  entweder zu weit hergeholt ist oder nicht zu den früheren Handlungen passt, aber bei „Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ war das Ende mit der Auflösung wirklich das große Finale, denn es war raffiniert und überhaupt nicht typisch.

Fazit:
Ein super Winterthriller, der aktuelle und wichtige Themen anspricht, ohne dass man das Gefühl hat ein Sachbuch zu lesen. Es wurde auch immer spannender, sodass ich über das Ende recht überrascht war. Ich empfehle das Buch allen Thrillerfans, die mal einen lesen wollen, der ein höheres Niveau hat! 


Erschiebeb bei Loewe

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Autorin / Autor: Julia M. - Stand: 14. Dezember 2020