Hörbuch Das Buch der verlorenen Stunden
Autor*in: Hayley Gelfuso
Sprecher*in: Sandra Voss
In der Geschichte „Das Buch der verlorenen Stunden“ von Hayley Gelfuso geht es um Lisavet Levi, ein zunächst junges Mädchen, das im sogenannten Zeitraum (ein Ort, in dem Erinnerungen in Bücher gebunden werden und das mehr oder minder unabhängig von der Zeit besteht) aufwächst sowie um deren späteren Liebhaber und das Mädchen Amelia, das chronologisch gesehen erst im späteren Verlauf der Geschichte relevant wird.
Die Geschichte wird zeitlich versetzt erzählt, spielt jedoch im zwanzigsten Jahrhundert und beginnt mit der Kristallnacht, in der Lisavet Levis Vater, ein Uhrenmacher, Lisavet im Zeitraum versteckt. Nachdem der Vater unerwarteterweise nicht in diesen nachkommt, wächst das Mädchen gewissermaßen losgelöst von dem äußerlichen Weltgeschehen an diesem Ort auf, wo sie immer wieder auf unterschiedliche Personen (wie bspw. Russen, Nationalsozialisten, Amerikaner) trifft, die zum Teil bestimmte Erinnerungen (Buchseiten) auslöschen wollen. Lisavet beschließt, diese Erinnerungen zu beschützen und gerät somit ins Visier der Nationen.
In dem Zeitraum lernt Lisavet somit auch Ernest kennen, einen jungen Amerikaner, der später jedoch für tot erklärt wird. Durch dieses Ereignis gelangt wiederum auch Amelia ins Spiel, die zunächst als Nichte von Ernest vorgestellt wird. Diese erhält durch die Uhr ihres „Onkels“ ebenfalls Zugang zum Zeitraum und lernt so die Geschehnisse rund um Lisavet, Ernest und auch ihre eigene Identität kennen.
Eigene Meinung
Ich persönlich empfand insbesondere den Anfang der Geschichte als wirklich gut – mit viel philosophischem Potenzial, was Zeit und Raum betrifft sowie Erinnerungen und deren Veränderbarkeit. Leider hat die Geschichte dann ab dem Mittelteil sehr viel Potenzial eingebüßt – dort ging es vorwiegend um die Liebesgeschichte zwischen Lisavet und Ernest; natürlich auch um einige „politische“ Verwicklungen, Aufstände etc., zum größten Teil war die Handlung aber sehr vorhersehbar und bis auf Kleinigkeiten auch nicht wirklich überraschend.
Positiv bleibt dennoch zu erwähnen, dass teilweise reale Ereignisse mit eingeflochten wurden, wie eben die Kristallnacht zu Beginn des Buches.
Die Stimme der Sprecherin ist klar verständlich, sie betont gut, ist gut verständlich und wechselt auch die Tonlage bei den verschiedenen Protagonist:innen; lediglich die Stimmfarbe (etwas rau) hat mir nicht so gut gefallen; aber dies ist eher eine persönliche Vorliebe und sagt nichts über die Qualität der Sprecherin aus.
Alles in allem ein Buch mit einem tollen philosophischen Ansatz, aus dem man – gerade wegen des tollen Potenzials der Idee – sicher in philosophischer Hinsicht noch mehr hätte herausholen können.
*Erschienen bei Hörbuch Hamburg*
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Autorin / Autor: Antonia L. - Stand: 12. Januar 2026