Das Babel Projekt – Lifelike

Autor: Jay Kristoff
Aus dem Australischen von Gerald Jung

Eve lebt mit ihrem Großvater auf der Insel Dregs. Dort kämpft sie regelmäßig in einer Arena, damit sie sich die Medikamente für ihren todkranken Großvater leisten kann. Doch eines Tages läuft etwas komplett schief und ihr Opa wird entführt. Mit ihrer besten Freundin Lemon, ihrem Blitzhund Kaiser und dem Logika Cricket macht sie sich auf den Weg, ihren Großvater zu retten. Doch während dieses Abenteuers muss Eve sich ihrer Vergangenheit stellen und nichts ist, wie es scheint…

Meine Meinung:
Jay Kristoff gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Mit seinen Werken „Nevernight“ und „Aurora erwacht“ hat mich der Autor einfach aus den Socken gehauen. Umso aufgeregter war ich, als bekannt gegeben wurde, dass eine neue Reihe von ihm übersetzt wird. Die Geschichte beginnt schon sehr rasant. Man wird praktisch ins kalte Wasser geschmissen und ich musste mich erst einmal an die unbekannten Wörter gewöhnen. Zum Glück gibt es am Anfang des Buches ein kleines Glossar, auf welches ich immer mal wieder zurückgegriffen habe.

Die Herzstücke des Buches sind definitiv die Charaktere. Eve ist eine sehr willensstarke und toughe Protagonistin. Sie lässt sich nicht so leicht unterkriegen und für ihre Liebsten würde sie alles machen. Ihre allerbeste Freundin Lemon bringt einen frischen und lockeren Schwung in die Geschichte. Sie hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Man lernt sie im Verlaufe der Geschichte immer näher kennen und auch sie hat die ein oder andere Überraschung parat. Das Einzige was mich ein wenig gestört hat, war die Liebesgeschichte. Sie hat sich viel zu schnell entwickelt und wirkte dadurch nicht authentisch. Zudem hat die Geschichte eigentlich gar keine benötigt, denn sie ist auch ohne spannend genug gewesen.

Wer Jay Kristoff kennt, weiß, dass dieser Mann einfach schreiben kann, wie kein anderer. Sein Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen. Auch an Humor fehlt es der Geschichte nicht. Der Autor weiß, wie er seine Leserschaft zum Schmunzeln bringen kann.

Es gibt mehrere Plottwists. Einen habe ich vorhergesehen, weil es dafür schon Andeutungen gab, aber die anderen waren sehr überraschend. Ich habe nicht mit solchen Wendungen gerechnet. Dadurch verändert sich der weitere Verlauf der Geschichte komplett. Das letzte Kapitel macht durstig nach mehr.
Man sollte also mit einem Cliffhänger rechnen, an welchen man sich noch sehr lange erinnern wird.

Fazit:
Obwohl dieses Buch etwas schwächer ist als Jay Kristoffs vorherigen Werke, konnte mich Lifelike dennoch von sich überzeugen. Der erste Band bietet eine gute Grundlage für die Folgebände. Wer Dystopien mit einzigartigen Charakteren liebt, ist mit diesem Buch gut bedient.


Erschienen bei dtv Junior

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Autorin / Autor: kerime - Stand: 10. Dezember 2021