Borderland

Autor: Peter Schwindt

Der sechzehnjährige Vincent ist definitiv nicht das, was man sich unter einem typischen Teenager vorstellt. Nach dem Unfalltod seines Vaters führt er den Haushalt, sorgt sich um seine lethargische Mutter und muss sich sowohl an eine neue Nachbarschaft, als auch an eine neue Schule gewöhnen. Als wäre das nicht genug, fällt seine Mutter ins Koma und der junge Mann steht alleine und mit seinen Gefühlen überfordert da.

In dieser schweren Situation trifft er auf Jane, ein Mädchen, das neben seinem Tattoo und einem Seesack auch jede Menge Geheimnisse und mysteriöse Andeutungen in Vincents Leben bringt. Durch ihren unermüdlichen Einsatz beginnt Vincent, sich seinen neuen Mitschülern, allen voran der anziehenden Vida, zu öffnen und langsam die Schrecken seiner Vergangenheit aufzuarbeiten.
Doch wer ist die Unbekannte eigentlich? Was geschah wirklich beim Tod seines Vaters?

In seinem Roman spricht Peter Schwindt Themen wie Freundschaft, romantische Gefühle und das Leben-lernen an. Dazu erschafft er einen vielschichtigen Protagonisten, der sich der Last auf seinen Schultern täglich stellt und doch ab und an unter ihr zusammenzubrechen droht. Vincent wirkt sehr sympathisch, man fühlt sich von seinem Schicksal in den Bann gezogen und kann das Buch nur schwer zur Seite legen. Dies ist jedoch auch der großen Spannung, die sich über die Handlung hinweg aufbaut, geschuldet, die in verschiedene kleine Höhepunkte, beispielsweise das erste offene Gespräch des Protagonisten und seiner Mutter, gipfelt.

Leider hat mich persönlich der „Showdown“ nicht beeindruckt, ebenso wenig wie das tatsächliche Ende des Romans, das auf mich etwas abgehackt wirkt – als hätte möglichst schnell ein Abschluss gefunden werden müssen. Auch Vincent ist leider genauso gestellt wie sympathisch. Auch wenn er zweifelsohne viel Verantwortung trägt, wären gelegentliche Andeutungen einer Teenagerpsyche für mich eine willkommene Auflockerung gewesen. Des Weiteren erhält man nur bedingt Einsicht in sein Innenleben, was den Leser angesichts der Vereinigung von Erzähler und Protagonist oft unzufrieden zurücklässt.

Trotz dieser Kritikpunkte kann ich das Buch guten Gewissens weiterempfehlen, da es mit seinem geringen Umfang und der doch eher drückenden Thematik eine erfrischende Abwechslung zur oft üblichen heilen Welt der Jugendbücher darstellt.


Erschienen bei Fischer Verlage

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Autorin / Autor: Alina - Stand: 9. Oktober 2018