Baum der Wünsche

Autorin: Katherine Applegate
Übersetzerin: Katrin Fischer
Illustrator: Charles Santoso

In dem Buch „Baum der Wünsche“ von Katherine Applegate geht es um den zweihundertsechzehn „Ringe“ alten Baum Rot und seine tierischen Bewohner. Rot, eine Roteiche, ist ein Wunschbaum, an dem jedes Jahr am ersten Mai Menschen Wünsche verschriftlichen und anschließend anbinden. Er hat aufgrund seines Alters schon viel Wandel in der Nachbarschaft miterlebt.
Nun zieht eine neue, muslimische Familie ein, woraufhin Rot mit faulen Eiern beworfen und der Schriftzug „GEH WEG“ in seine Baumrinde eingeritzt wird. Das Mädchen dieser Familie, Samar, fühlt sich einsam und wünscht sich einen Freund, zeitgleich überlegen die Eltern, wieder wegzuziehen. Zu allem Überfluss plant die Eigentümerin auch noch, Rot fällen zu wollen!
Was Rot und seine tierischen Freunde unternehmen, um dem Mädchen zu helfen, und ob er am Ende gefällt wird oder nicht, das könnt ihr in dem Buch nachlesen 😉 

Meine Meinung
Baum der Wünsche ist ein, nicht zuletzt aufgrund seiner relativ großen und weit auseinanderstehenden Schrift, leicht und schnell zu lesendes Buch im Sinne einer märchenhaften Erzählung (wenngleich in dem Buch immer wieder darauf hingewiesen wird, dass es sich hierbei nicht um ein Märchen handelt).
Es wird durch traumhafte Illustrationen unterstützt und fällt besonders durch viele, liebevoll herausgearbeitete Details auf, wie bspw. die verschiedenen Namensgebungen unterschiedlicher Tierarten. Da gibt es bspw. die Waschbären, die aufgrund ihrer Vergesslichkeit ihren Kindern allesamt den Namen „Du“ geben (die Mutter heißt „Groß-Du“), die Eulen, die allesamt sehr vernünftige Namen (wie Agnes oder Harold) haben, die Stinktiere, die sich nach besonders angenehmen Düften benennen (Frischgebackenes Brot) oder die Beutelratten (Haarige-Spinnen, Taschenlampe, …), die sich nach dem benennen, wovor sie Angst haben.

Ich habe auch besonders die Krähe Bongo (Krähen suchen sich ihren Namen selbst aus) ins Herz geschlossen, die sich mit dem Baum Rot angefreundet hat und von deren Dialogen die Geschichte auch hauptsächlich lebt.

Auch bezaubert das Buch durch das Hervorheben der Andersartigkeit: Die verschiedenen Kulturen werden so oftmals als „bereichernd“ beschrieben, da sie zum Beispiel andere Speisen mit sich bringen. Rot selbst vergleicht die Kulturen bzw. ihre Nachbarschaft auch oft mit einem „wilden Garten“, was wiederum den positiven Aspekt der Vielfalt betont.

Die Geschichte als Ganzes strömt Ruhe und Frieden aus – und ist eins der wenigen Bücher, die bewirken, dass man auch im Anschluss an die Geschichte anders durch die Welt geht. Wer sich drauf einlässt, der wird zu dem Gefühl einer allumfassenden Gesamtheit des Lebens finden, das sich oft bei der Thematik und Beschäftigung mit der Natur einstellt.

Fazit
Ein durch und durch bezauberndes Buch, wie die Welt es mal wieder gebraucht hat!

Erschienen bei Ueberreuter

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Autorin / Autor: Khyona - Stand: 11. September 2018