Artikel 5

Autorin: Kristen Simmons
Übersetzt von: Frauke Meier

Die Vereinigten Staaten in der Zukunft: Religiöser Fanatismus und strenge Gesetze bestimmen das Leben der Menschen. Wer gegen eine dieser Vorschriften verstößt, hat mit grausamen Strafen zu rechnen. In dieser Welt lebt die 17-jährige Ember mit ihrer Mutter, und bisher war auch alles normal für die beiden. Doch dann wird ihre Mutter von Soldaten der Moralmiliz (MM) abgeholt. Angeblich hat sie gegen Artikel 5 der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit Embers Vater verheiratet war. Und bevor Ember sich versieht, findet sie sich in einer Besserungsanstalt für Mädchen wieder, wo sie Hass, Gewalt und fanatische Moralisten kennenlernt. Sie weiß, dass sie ihre Mutter retten muss- koste es was es wolle...

Meine Meinung
Gleich von Anfang an lässt die Autorin einen mitten ins Geschehen eintauchen und eine Welt kennenlernen, die einerseits spannend, aber zugleich auch sehr erschreckend sein kann. Sie geht dabei nicht gerade zimperlich um und schreckt nicht davor zurück, den Leser mit allerlei Gewalt und Strafen zu konfrontieren. Man hat beim Lesen förmlich gespürt, welche Brutalität und Gefühlskälte in dieser „neuen Welt“ vorherrschen. So erfährt man z.B., dass es in der Vergangenheit einen Krieg gegeben haben muss, der allerdings schon drei Jahre zurückliegt. Seitdem bestimmen strenge Regeln und Vorschriften das Leben der Menschen, und die Regierung legt sehr viel Wert auf deren Einhaltung.
In diesem Zusammenhang lernt der Leser die Protagonistin Ember kennen, die sich mit ihrer besten Freundin über all die Mitschüler unterhält, die in letzter Zeit von der MM abgeholt wurden. Am Ende dieses Gesprächs beschließen sie von nun an, noch vorsichtiger zu sein, um keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch bereits kurze Zeit später wird dieses Vorhaben bereits zunichte gemacht. Embers Mutter wird vorgeworfen, gegen Artikel 5 verstoßen zu haben, da sie als unverheiratete Frau ein Kind bekommen hat. Alles Beteuern kann die Soldaten nicht umstimmen oder vor einer Verhaftung abhalten. Und so beginnt für beide ein harter Überlebenskampf, der ihnen die ganze Grausamkeit vor Augen führt…

Ember wirkte auf mich zunächst noch ein wenig kindlich und naiv, was meiner Sympathie ihr gegenüber allerdings keinen Abbruch geleistet hat. Im Grunde kann ich ihr nicht einmal einen Vorwurf für ihr Verhalten machen. Von Kindesbeinen an ist sie äußerst behütet aufgewachsen, immer darauf bedacht, sich den Gegebenheiten anzupassen. Von einem auf den anderen Tag zerbricht diese „heile Welt“ und alles, an was sie bisher geglaubt hat, erscheint ihr wie Lügen. Besonders der Verrat ihrer Jugendliebe Chase verletzt sie zutiefst. Im Laufe des Buches verändert sie sich allerdings zunehmend, gewinnt an Stärke und Reife. Und auch ihre Einstellung gegenüber der Regierung ändert sich dadurch, dass sie am eigenen Leib erfahren muss, wie mit Leuten umgesprungen wird, die nicht in das geschaffene Idealbild passen wollen.
Chase hingegen kam mir irgendwie seltsam, ja in gewisser Weise auch gefühlskalt vor. Ich war mir gleich sicher, dass er ein Geheimnis verbirgt, das verantwortlich für seine Wesensveränderung ist. Nach und nach werden kleine Stücke seiner Vergangenheit aufgedeckt, die seine Gedanken und Beweggründe erklären und auch für den Fortlauf der Geschichte sehr wichtig sind.

Was natürlich auch nicht fehlen darf: die nötige Portion Spannung. In diesem Fall war sie von Beginn an spürbar, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. An manchen Stellen enthüllten sich schockierende Wahrheiten, die mich sogar kurz die Luft anhalten ließen. 

Mein Fazit
Kristen Simmons entführt ihre Leser in eine spannende und zugleich erschreckende Welt, die einen von Anfang bis Ende fesselt. Artikel 5 hat mir wirklich gut gefallen. Das Ende konnte mich absolut zufrieden stellen, sodass ich trotz kleinen Ungereimtheiten und manchmal nicht nachvollziehbaren Entscheidungen sehr gespannt bin, wie es in „Gesetz der Rache“ weitergeht! Ich kann dieses Buch jedem Dystopiefan nur empfehlen!

Erschienen bei: ivi

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Autorin / Autor: riina - Stand: 4. Juni 2013
 
 
 

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