Apfelkuchen und Baklava oder Eine neue Heimat für Leila

Autorin: Kathrin Rohmann
Mit Illustrationen von Franziska Harvey
ab 10 Jahren

Beinahe ein ganzes Jahr ist die elfjährige Leila nun schon in Deutschland – sie spricht die Sprache gut, und endlich wohnt sie mit ihrer Mutter und ihren beiden älteren Brüdern auch in einer eigenen Wohnung in einer Kleinstadt in Niedersachsen. Vater und Großmutter aber sind noch immer in Syrien, und Leila vermisst sie unendlich. So ist auch die Walnuss, die ihre Großmutter ihr zum Abschied mitgegeben hat, wahnsinnig wichtig für Leila, denn der Nuss kann sie all ihre Sorgen anvertrauen.

Als Leila in ihre neue Schule kommt, wird sie von den Klassenkameraden freundlich aufgenommen, und auch ihr Mitschüler Max findet Leila sofort interessant; er mag ihren langen schwarzen Zopf und würde gern einmal mit ihr reden, doch er traut sich nicht so recht. Dann aber bemerkt er eines Tages, dass Leila in der Pause ganz verzweifelt etwas zu suchen scheint – denn sie hat ihre Nuss verloren. Max nimmt allen Mut zusammen und bietet Leila seine Hilfe an, und als er so allmählich die Geschichte hinter der Nuss – Leilas Geschichte – erfährt, tut sich ihm eine ganz neue Welt auf. Zunächst sind ihm Leilas Erlebnisse noch fremd, aber er versteht, warum manches für sie in der neuen Heimat schwer ist, und er will ihr helfen. Wie das am Ende ausgerechnet mit Apfelkuchen und Baklava klappt und ob die verschwundene Walnuss doch noch auftaucht, das ist eine warmherzige Freundschaftsgeschichte, die auch den Lesern kleine Einblicke in eine fremde Welt gibt.

Auch Kinder und Jugendliteratur versucht, am Puls der Zeit zu sein und mit der Lebenswirklichkeit der Leser Schritt zu halten, und so ist die Nachfrage nach Geschichten, die die aktuelle Flüchtlingsproblematik thematisieren, groß. Auch Apfelkuchen und Baklava ist aus einem zum Baumhaus/Boje-Medienpreis eingereichten und ausgezeichneten Projekt heraus entstanden, und ein wenig merkt man dem Buch an, dass es sich primär zum Ziel setzt, Aufklärung und Verständnis zu fördern – denn die Geschichte wirkt an einigen Stellen doch ein wenig konstruiert, nicht immer plausibel, weist einige logische Brüche auf und kommt zu einem eher schönfärberischen Ende. Dennoch eine nette und teilweise nachdenklich machende Lektüre, die vielleicht tatsächlich einige Vorurteile und Sorgen abzubauen vermag.

Erschienen bei Boje Verlag

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Autorin / Autor: Fabienne - Stand: 22. April 2016