Anna im blutroten Kleid

Autorin: Kendare Blake
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

Cas Lowood hat eine dunkle Berufung: Genau wie sein Vater und davor dessen Vater setzt er dem Treiben mörderischer Geister ein Ende, indem er sie endgültig zur Strecke bringt. Dafür zieht er mit seiner Mutter von Stadt zu Stadt, bis er es auf Anna im blutroten Kleid abgesehen hat. Sie wurde in den 50er Jahre brutal ermordet und ist seitdem rachsüchtiger und wütender als alle vorherigen Geister. Sie bringt jeden um, der ihr Haus betritt. Jeden bis auf Cas, der von der mörderischen Schönen fasziniert ist...

„Anna im blutroten Kleid“ von Kendare Blake ist der Auftaktroman zu einer schauerlich fantastischen Serie um die untote Anna, den Geisterjäger Cas und dessen Freunde.

Der Einstieg in die Geschichte fällt wunderbar leicht, denn schon auf den ersten Seiten begleitet der Leser Cas bei einem seiner Aufträge. Dieser ist gruselig, ein bisschen eklig und sehr gefährlich und somit ein guter Ausblick auf die folgende Geschichte, die sich im Wesentlichen genauso gestaltet.

Der Gruselfaktor hält sich allerdings in angenehmen Grenzen. So war mir beim Lesen schon etwas mulmig zumute und ab und zu kroch mir ein Schauer über den Rücken, Albträume muss man jedoch nicht befürchten. Die Geschichte ist teilweise auch eklig, so werden Personen in der Mitte durchgerissen oder „angefressen“, jedoch spart sich die Autorin zu detaillierte Beschreibung und deutet die Szenen meist eher an, worüber ich, als eher empfindliches Gemüt, sehr froh war.

Die Atmosphäre in „Anna im blutroten Kleid“ nahm mich von Anfang an gefangen. Schon zu Beginn fühlte ich mich ins Auto zu Cas und dem untoten Beifahrer versetzt. Aber auch Annas Haus wirkt wunderbar düster, alt und gefährlich. So wird sehr gelungen eine verzweifelte, einsame Stimmung kreiert und deren Entwicklung hin zu Zuneigung, aber auch tödlicher Gefahr dargestellt.

All dies wird durch starke Charaktere ergänzt. Zunächst wirkt es so, als würde sich die Autorin Stereotypen, wie der hübschen, aber wenig intelligenten Highschoolqueen oder den muskelbepackten, dummen Sportskanonen bedienen, was aber widerlegt wird. Die Autorin spielt eher mit diesen Vorurteilen. Zudem war mir Cas von Anfang an sympathisch in seiner ruhigen, verschlossenen Art.

Die Geschichte liest sich außerdem wunderbar flüssig, oft mit einer Prise Humor. Sie hat mich so gefesselt, dass ich sie buchstäblich in einer Nacht durchlas.

Von „Anna im blutroten Kleid“ bin ich absolut begeistert, denn die Geschichte enthält genau die richtige Mischung aus fesselnder Handlung und interessanten Charakteren und verursacht dabei angenehme Gruselschauer.

Auf Englisch ist bereits der zweite Teil „Girl of Nightmares“ erschienen.

Erschienen bei Heyne

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Autorin / Autor: leseratte89 - Stand: 4. Januar 2013