Ana Dismissed - Meine Kampfansage an die Magersucht

Autorin: Lea Gericke

„Wenn sie die Essstörung aufgeben würde – was und wer wäre sie dann? Es würde nichts bleiben.“ So beschreibt Lea Gericke, wie ihre Magersucht jahrelang ihr einziger Lebensinhalt war, um den alle Gedanken und Handlungen kreisten. In ihrer Biografie „Ana dismissed – Meine Kampfansage an die Magersucht“ beschreibt sie ungeschönt und ehrlich ihr Leben mit der Krankheit. Das Taschenbuch erschien 2019 im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag.
Das Buch beginnt damit, dass Lea ihre Kindheit beschreibt, ihr unbeschwertes Aufwachsen in einem quasi idyllischen Elternhaus. Man lernt Lea als fröhliches Mädchen voller Tatendrang kennen, begleitet sie beim Schulbeginn und als sie mit ihrem größten Hobby beginnt: dem Reiten. Nach und nach wandelt sich die Lage jedoch, Lea wechselt die Schule und findet schwer Anschluss zu Gleichaltrigen. Als sie entdeckt, dass sie durch weniger Essen und mehr Sport abnehmen und somit Kontrolle ausüben und etwas gegen ihre Selbstzweifel tun kann, geht es schnell bergab. Lea rutscht ab in eine schwere Magersucht und beschreibt ihren jahrelangen Kampf mit der Krankheit: verschiedene Therapien und Klinikaufenthalte, ihren Schulabbruch, die immer schlechter werdende Beziehung zu ihren Eltern. Es ist eine wahre Achterbahn, geprägt von Hochs und Tiefs, voller Verzweiflung und Hilflosigkeit. Verschiedene Folgen und Nebenerscheinungen der Krankheit wie verschiedene Zwänge, ständiges Frieren oder Haarausfall machen sich bemerkbar. Doch irgendwann beginnt es langsam bergauf zu gehen und man kann Lea bei ihrem vorsichtigen Weg der Besserung begleiten.

In nur zwei Tagen habe ich Leas Geschichte gelesen, die durch die packende Handlung schnell zu lesen ist. Jedoch sind die Ereignisse als Leser manchmal nur schwer auszuhalten, besonders weil es keine klaren „Lösungen“, keinen definierten Auslöser und auch kein klares Rezept für einen Ausweg aus der Krankheit gibt. Stattdessen ist das Buch geprägt von Veränderungen, von ständigen Aufs und Abs, die dem Leser sehr nahe gehen können. Neben Leas persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Gedanken enthält es Auszüge aus Krankenakten, Tagebucheinträge und Therapieberichte. Es ist jedem zu empfehlen, der sich mit dem Thema Essstörungen auseinandersetzen muss oder möchte. Nach Lösungen und Erklärungen sucht man jedoch vergeblich. Stattdessen findet man vor allem eines: ungeschönte Ehrlichkeit.


Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf

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Autorin / Autor: Inga - Stand: 31. März 2020