Abi - mehr wert?

Kultusminister stufen Abitur höher ein als Ausbildung - und das sorgt für Proteste

Was ist mehr wert auf dem europäischen Arbeitsmarkt: das Abitur oder eine abgeschlossene duale Ausbildung?

Über dieses Thema hat die Kultusministerkonferenz (KMK) am 20./21. Oktober 2011 in Berlin abgestimmt und einstimmig beschlossen, das Abitur sowie einige "anspruchsvolle" Ausbildungsberufe auf Rang 5 eines achstufigen Europäischen Qualifikationsrahmens zu setzen.
Der Großteil der Ausbildungsberufe soll jedoch nur auf Rang 4 landen, zweijährige Ausbildungen sogar nur auf Rang 3. Auf Rang 2 steht der Hauptschulabschluss, Rang 6 teilen sich der Meisterbrief und der Bachelor-Abschluss, Rang 7 der Master oder das Diplom, Rang 8 die Dissertation.

In den meisten anderen europäischen Ländern wird das Abitur gemeinsam mit der Ausbildung auf Rang 4 gesetzt. Anders als in Deutschalnd berechtigt das Abitur in den meisten Ländern nicht automatisch zum Besuch einer Hochschule, weil es dort häufig Eingangsprüfungen gibt.

Die Bundesländer wollen bis zum Jahresende eine Bewertungsskala der deutschen Bildungsabschlüsse vorlegen, die festlegt, welcher Abschluss im europäischen Vergleich wieviel wert ist. Hintergrund ist der geplante Europäische Bildungspass, der für eine bessere Vergleichbarkeit von Abschlüssen in der EU sorgen soll.
Zugrunde gelegt wird dabei eine von der EU vorgegebene Punkteskala.

Schon im Vorfeld der Entscheidung wurde erbittert darüber gestritten, welcher Abschluss wie bewertet werden soll. Die Bundesregierung, Gewerkschaften, der Zentralverband des deutschen Handwerks sowie Arbeitgeber hatten für eine Gleichstellung von Abitur und Ausbildung plädiert und davor gewarnt, dass eine Höherstellung des Abiturs fatale Folgen für die Attraktivität von Ausbildungsberufen haben könnte. Kritisiert wurde auch, dass AbiturientInnen, die anschließend eine Lehre abschließen, sich auf der Skala verschlechtern würden.

Die nun vorliegende Entscheidung hat entsprechend für große Empörung gesorgt. „Mit ihrer Entscheidung hat sich die Kultusministerkonferenz bildungspolitisch isoliert" erklärt etwa Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Im Dezember will die Kultusministerkonferenz nun den Sozialpartnern, den Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften auf einer Plenarsitzung ihren Entschluss erläutern. Dass da die Fetzen fliegen werden, ist gewiss ;-).

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 24. Oktober 2011
 
 
 

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