A little too much

Autorin: Lisa Desrochers
übersetzt von Ilse Rothfuss
ab 16 Jahren

Hilary ist zwanzig und hat die letzten acht Jahre damit verbracht, ihre Vergangenheit zu verdrängen. Ziemlich erfolgreich - sie lebt in einer WG und hat eine Sex-Beziehung mit einem Schauspieler, um den sie viele beneiden, und will nun endlich ihren Traum erreichen, eine Rolle als Sängerin am Broadway zu ergattern.
Doch plötzlich steht Alessandro vor ihrer Tür. Alessandro Moretti, der Junge, mit dem sie damals vor acht Jahren für einige Monate gemeinsam in einem Jungendwohnheim lebte. Der Junge, in den sie sich damals verliebt hatte. Doch ihre Beziehung nahm kein gutes Ende, als er sie damals verlassen musste und Hilary sich beinahe das Leben genommen hatte. Ihn nun wieder zu sehen, reißt die alten Wunden wieder auf. Hilary ist hin- und hergerissen. Alessandros erneute Präsenz in ihrem Leben wirft sie vollkommen aus der Bahn, sie fühlt sich wie damals zu ihm hingezogen – mehr, als zu jedem anderen, dem sie jemals begegnet ist. Doch sie hat ein Geheimnis zu wahren, und je mehr sie mit Alessandro unternimmt, desto mehr bröckelt ihre mühsam errichtete Schutzmauer und Hilary muss sich entscheiden: Wahrheit oder Lügen - Vergangenheit oder Zukunft?

„A little too much“ ist der zweite Teil einer Romanreihe von Lisa Desrochers. Die einzige Gemeinsamkeit zum ersten Band ist einer der Protagonisten – Alessandro Moretti. Ein Mann mit dunkler Vergangenheit, der Priester werden wollte, um so Teil seiner Schuld zu begleichen und sich dann jedoch verliebte (Inhalt des ersten Bandes „A little too far“). Nun ist der Beinahe-Priester zurück in New York, um endlich mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Dazu sucht er Hilary McIntyre auf – die weibliche Protagonistin. Die Autorin schafft es, mit Hilary in nur wenigen Seiten einen sympathischen, authentischen Charakter vorzustellen. Das, der flüssig zu lesende Schreibstil und eine packende Storyline tragen dazu bei, dass das Buch nur schwer aus der Hand zu legen ist.

Besonders gefallen hat mir, dass Hilarys großes Geheimnis erst relativ spät gelüftet wurde und absolut nicht voraussehbar war.  Auch das Einbauen von Rückblenden an Hilarys und Alessandros gemeinsame Zeit als Teenager war sehr interessant und hat keinesfalls gestört, wie es in anderen Romanen oft der Fall ist.
Gegen Ende hätte die Autorin meiner Meinung nach Alessandros charakterlicher Entwicklung etwas mehr Aufmerksamkeit schenken können, aber das ändert nichts daran, dass Lisa Desrochers mit „A little too much“ wieder einen sehr lebendiger Roman mit liebevoll durchdachten Charakteren und einer mitreißenden Geschichte erschaffen hat.
Auf jeden Fall eine Weiterempfehlung wert und ich freue mich schon auf den dritten Teil der Romanreihe!


Erschienen bei dtv

    Autorin / Autor: klexxx - Stand: 5. Juni 2015