Marktforscherin, Teil 2

Eine Psychologin erforscht Markt und Trends!

Ein abwechslungsreicher Beruf, bei dem's in die Tiefe geht!
Ich find es immer wieder spannend, die unterschiedlichsten Sachen zu untersuchen und sich dabei Dinge so genau anzugucken, wie man es sonst im Alltag nur selten macht. Wenn ich mir z.B. die Motive zum BH-Tragen genauer angucke, muss ich mir im Vorfeld - wenn ich überlege, wie man das Thema bei Verbraucherinnen befragen kann - auch immer Gedanken machen, wie ich selbst mit BHs umgehe. Sehr schnell stellen sich dann Fragen, wie eigentlich das eigene Verhältnis zu den Brüsten ist, wie sich das BH-Tragen im Laufe der Zeit verändert hat etc.. Man kann gerade durch Marktforschung spannende Sachen rausfinden zu aktuellen Trends. Präsentationen finde ich auch immer wieder spannend, wenn man zum Kunden fährt oder fliegt und ihm das vorstellt, was man alles herausgefunden hat. Das hat ein bisschen was von einem Auftritt. Manchmal könnte mein Job etwas weniger stressig sein, die Arbeitszeiten können mitunter sehr lang sein. Wenn z.B. Gruppendiskussionen auch schon mal bis 24:00 Uhr gehen. Wenn ein Projekt fertig werden muss, kann es auch schon mal sein, dass ein Wochenende gearbeitet werden muss. Auch das Reisen kostet z.T. sehr viel Zeit - macht je nachdem aber auch wieder Spaß, wenn es z.B. nach Paris, London oder Zürich geht.

Durch's Jobben in den Beruf
Nach dem Abi habe ich Psychologie - Schwerpunkt Tiefenpsychologie - studiert. Dann habe ich zunächst in der Psychiatrie und in einer Erziehungsberatungsstelle gearbeitet. Dazu noch eine Ausbildung als Familientherapeutin gemacht. Neben meiner eigentlichen Arbeit habe ich jedoch noch bei rheingold als Interviewerin gejobbt. Auch als Interviewer werden bei rheingold v.a. Psychologen oder Psychologiestudenten genommen. Dieses Jobben hat mir immer so viel Spaß gemacht, weil es immer um so spannende Themen ging, dass ich schließlich ganz in die Marktforschung rübergewechselt bin und bei rheingold als Projektleiterin festangestellt wurde.

Haben Frauen es in dem Beruf schwerer haben als Männer?
Nein, eigentlich nicht. Für bestimmte Themen kann es z.B. eine Rolle spielen, ob sie von einem Mann oder einer Frau untersucht werden, z.B. das Thema BH-Tragen oder andere sehr frauenspezifische Themen z.B. Verwendung von Light-Produkten. Bei diesen Studien setzt sich das Team v.a. aus Frauen zusammen. Wir haben jedoch auch immer ein oder zwei 'Quotenmänner' dabei, denn die befragten Frauen präsentieren sich im Interview zu einem sehr frauenspezifischen Thema (z.B. Kosmetik) einem männlichen Interviewer anders gegenüber als einer weiblichen Interviewerin. Bei einer Frau im Interview mit einem Mann entsteht z.B. leichter eine leicht flirtende Stimmung, mit einer Frau wird sich z.T. leichter verbündet.

Welchen Tipp kannst du Mädchen geben, die gern einen solchen Job machen wollen?
Um als Marktforscher zu arbeiten kann man sicherlich aus verschiedenen Richtungen kommen und kann unterschiedliche Sachen studiert haben. Viele kommen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich (z.B. BWL, Soziologie) aber auch einige sind so wie ich Psychologin. Bei der Marktforschung muss man allerdings unterscheiden zwischen quantitativer und qualitativer Marktforschung. Ich bin z.B. qualitative Marktforscherin und habe mit dem Berechnen und Erstellen von Statistiken wenig zu tun, was den Alltag von quantitativen Marktforscher prägt. Gut ist es auf jeden Fall etwas in dieser Richtung zu studieren (Psychologie, Soziologie, BWL) und frühzeitig zu versuchen im Bereich Marktforschung oder Marketing Praktika zu machen oder zu jobben. Fremdsprachenkenntnisse können wie immer auch hier sehr hilfreich sein. Bei rheingold kann man übrigens auch Praktikum machen, allerdings erst als Student.

Ich hoffe, das war nicht zu umständlich ausgedrückt und man kann soweit verstehen, was ich da eigentlich mache. Auf jeden Fall wurde mir beim Schreiben noch einmal klar, wie viel Spaß mir die Arbeit als Marktforscherin eigentlich immer noch macht.

Die Homepage von rheingold

Autorin / Autor: ~astrid~ - Stand: 31. Juli 2003