Musikjournalistin

Was ist ein Heftspiegel -  und wie wird man Redakteurin eines Musikmagazins???

Ellen Köhlings ist freiberufliche Journalistin und freie Redakteurin bei dem Reggae- und Dancehallmagazin "Riddim".

Welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten braucht man für diesen Beruf?
Ich habe Anglistik/Amerikanistik und Medienwissenschaften studiert, habe diverse Praktika gemacht (StadtRevue, Lokale Rundfunksender), habe Erfahrungen bei der Organisation der Popkomm gesammelt. Ansonsten würde ich sagen, als erstes braucht man Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit, Liebe zu Reggae- und Dancehall und damit einhergehend Liebe für die jamaikanische Kultur (Fachwissen!), und die Liebe zur Musik muss viel stärker sein, als die zu materiellen Dingen, denn reich werden geht nicht in diesem Beruf. Zudem ist Organisationstalent wichtig, man sollte strukturiert arbeiten können, Deadlines einhalten, natürlich sollte man mit Sprache umgehen können, sich mit Computern auskennen, ein Gespür für Menschen haben... Ich habe z.B. viel mit Autorinnen und Autoren zu tun und muss Verhandlungen führen - daher ist generell Verhandlungsgeschick und auch Hartnäckigkeit nicht verkehrt!

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag von dir aus?
Einen wirklich "typischen" Arbeitsalltag gibt es nicht unbedingt, aber es gibt Dinge, die alltäglich verrichtet werden müssen. Als da wären: Post öffnen, E-mails checken und beantworten... Meine spezielle Aufgabe ist es, mich um den Heftspiegel zu kümmern, d.h. festzulegen, was, wie in welcher Länge ins Magazin kommen soll. Dazu gehört auch Anzeigen zu platzieren. Die Themen werden dann in einer Redaktionskonferenz mit den anderen beiden Redakteuren besprochen. Für Themen müssen dann Autorinnen und Autoren gefunden werden, dabei ist es natürlich wichtig, dass man die Stärken der einzelnen Schreiberinnen und Schreiber berücksichtigt. Dann muss Fotomaterial besorgt werden. Entweder werden Fotos von den Plattenfirmen gestellt oder man beauftragt Fotografinnen und Fotografen. Recherche ist besonders wichtig, dazu gehört es, täglich die Websites der jamaikanischen Tageszeitungen zu lesen und überhaupt einen Blick auf die wichtigsten Reggae-Sites zu werfen, um zu wissen, was wann veröffentlicht wird, etc.

Was magst du an deinem Beruf, was gar nicht?
Eigentlich mag ich alles, da ich das Glück hatte, mein Hobby zum Beruf zu machen. Einziger Nachteil: es fällt mir schwer abzuschalten...

Welche Rolle spielt Geld in deinem Beruf?
Eher eine untergeordnete, obwohl ich natürlich nichts dagegen hätte, mehr zu verdienen. Aber mir ist es wichtiger zufrieden zu sein mit dem, was ich mache.

Wie bist du zu diesem Beruf gekommen bzw. was hast du vorher gemacht?
Manchmal muss man Glück haben. Da ich mich seit vielen Jahren auf Reggae/Dancehall und jamaikanische Kultur spezialisiert habe, hat es sich letztendlich ausgezahlt.

Haben Frauen es schwerer in deinem Beruf als Männer?
Hmm, da bin ich mir nicht sicher. Aber generell gibt es im Musikjournalismus mehr Männer als Frauen...

Wie sieht deine Zukunft aus? Möchtest du deinen Beruf weitermachen oder etwas anderes ausüben?
Ich möchte schon gerne die Riddim weitermachen, vielleicht sogar eine internationale Ausgabe an den Start bringen.

Was wolltest du mit 16 Jahren werden?
Weltenbummlerin.

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?
Musik hören, lesen, Menschen treffen, tanzen, kochen, Fußball gucken

Welchen Tipp kannst du Mädchen geben, die gerne einen solchen Job machen wollen?
An sich selbst zu glauben und den Weg zu gehen, den man gehen will. Lange wusste ich nicht, dass ich einen bestimmten Weg verfolge. Heute macht rückblickend alles Sinn, was ich gemacht habe!

Autorin / Autor: ~astrid~ - Stand: 17. Juni 2004