Schneiderin

Hildegart Spengler hat eine Schneiderei. Tatjana hat sie für LizzyNet interviewt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Schneiderin zu werden?

Als ich noch ein Kind war hat meine Oma mir immer Puppenkleider genäht.
Ich wollte schon seit ich ein Kind war Schneiderin werden (lacht), aber nur um mir Puppenkleider zu schneidern.

Über Hildegart Spengler

Schulabschluss: Mittlere Reife.

Mit 16 Jahren die Lehre zur Schneiderin angefangen.

Seit 25 Jahren als Schneiderin tätig.

Ihre Hobbys: reiten, das ist ein prima Ausgleich, ein gutes Buch oder Klavier spielen

Welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten braucht man für diesen Beruf?

Man sollte schon eine gewisse "Kreativität" an den Tag legen. Die Kenntnisse und die Fertigkeiten zum Schneidern gewinnt man in der Lehre. Das "kreativ sein" an meinem Beruf macht ihn "langlebig", darum kann ich mir vorstellen auch noch in 10 Jahren als Schneiderin tätig zu sein. Meine Schneiderei ist in meinem Haus, so waren mir, wie ich eine Schneiderei aufmachen wollte, die Räumlichkeiten sicher.

Was fasziniert dich an diesem Beruf?

Einfach machen zu können was man will. Man kann seine eigenen Ideen einbringen. Eine Freundin aus meiner Lehrzeit rief vor einem Jahr und fragte ohne Umschweife, ob ich mir vorstellen könnte, an den Kostümen für das Musical 42nd Street mitarbeiten zu können. Sie hätte mich nämlich empfohlen. Das Mitwirken an den Kostümen war ein großes Erfolgerlebnis, vielleicht sogar das größte !

Welche deiner beruflichen Tätigkeiten machen dir weniger Spaß?
Hosen abändern, das ist eine sehr undankbare Arbeit. Leute wollen eine Schlaghose kürzer haben, nehmen aber nicht in Kauf, dass der Schlag, dann weg ist...

Ein typischer Arbeitstag?

Meine Schneiderei öffnet morgens 9 Uhr. Dann kommen schon die ersten KundInnen, die eine Hose umgeändert oder etwas maßgeschneidert haben wollen. Auch ausgefallene Wünsche sind dabei: Zum Beispiel Leute vom Theater in Ludwigshafen. Diese wollen dann prachtvolle Kostüme.

Von 13.00 - 15.30 Uhr ist Mittagspause. Dda kommen meine Kinder und manchmal haben sie Fragen zu den Hausaufgaben.

Dann hat meine Schneiderei von 15.30 - 18.30 Uhr wieder geöffnet. Zu dieser Zeit kommen aber fast keine Kunden und ich kann mich der Schneiderarbeit widmen.

Welche Rolle spielt Geld in deinem Beruf?

Verdienen wollen wir alle, aber die Großaufträge von Theatern bringen mehr als die gewöhnlichen und so brauche ich nicht unbedingt "Wucherpreise" für z.B. maßgeschneiderte Sachen zu verlangen.

Wie denkst du, kann man Familie und Beruf unter einen Hut bringen?
Das kann man schon, man muss sich nur die Zeit nehmen. Ich mache schließlich auch eine 2 1/2 stündige Pause.

Wie sieht deine Zukunft aus?
Gut. ich denke ich werde den Beruf noch ein paar Jährchen ausüben.

Möchtest du deinen Beruf weitermachen oder etwas anderes ausüben?
Nein, eigentlich nicht. Höchstens es passiert etwas Unvorhergesehenes.

Vielen Dank für's Interview

Autorin / Autor: Tatjana Spengler - Stand: 2. Januar 2004