Industriemechanikerin

Irena ist im 3. Ausbildungsjahr bei Zeiss in Weilheim. Sie wollte auf keinen Fall hinter dem Schreibtisch sitzen...

Wie bist du eigentlich darauf gekommen, gerade diese Ausbildung zu machen?
Also, bei mir war das halt so, dass verschiedene Kumpels von mir und mein bester Freund das auch gemacht haben und von der Schule her habe ich schon immer Technik gehabt, weil ich im Praktikum auch gemerkt habe, dass mir Büroarbeit überhaupt nicht gefällt. Und dann habe ich ewig lange nicht gewusst, was ich machen soll, aber meine Mutter und mein Kumpel haben auf mich eingeredet und gemeint, dass dies doch was wäre für mich. Na ja und dann habe ich irgendwann mal angefangen mich zu informieren und gemerkt, dass dieser Beruf gar nicht so schlecht ist.

Und wie heißt dein Beruf ganz genau?
Industriemechanikerin, Fachrichtung Geräte- und Feinwerktechnik.

Und kannst du vielleicht versuchen zu erklären, für jemanden der jetzt gar nicht weiß, was das ist, was man da eigentlich macht oder welche Geräte hergestellt werden?
Also mein Tagesablauf ist so: Im Normalfall bekommt der Industriemechaniker eine Zeichnung von irgendeinem Teil. Also man arbeitet ja sowieso hauptsächlich mit Metall, es kommt aber auch vor, dass man mit Kunststoff arbeitet. Dann sind auf der Zeichnung die ganzen Angaben und Zahlen und Maße, und wie das Teil im Endeffekt aussehen muss. Darum ist es auch wichtig, das man das alles lesen kann, aber das lernt man alles in der Schule. Und technisches Vorstellungsvermögen braucht man eigentlich von vornherein, sonst funktioniert das alles nicht. Dann besorgst du dir dein Rohmaterial, meistens eben einen Böller Stahl oder Alu. Und dann kommt’s drauf an, was du machen musst. Es kann sein, du musst was drehen, dann spannst du das Teil in die Maschine ein, und das dreht sich dann um die eigene Achse. Das funktioniert so wie eine Drechselbank, und ich bearbeite die runden Teile mit einem Drehmeißel. Und eckige Teile, oder man sagt auch Flachmaterial dazu, fräst man. Dann muss ich mir vorher genau überlegen, wie ich das Teil am besten herstelle. Dass ich es noch spannen kann zum Beispiel, ohne dass mir das ganze Teil um die Ohren fliegt. Das sind aber hauptsächlich Arbeiten, die ein Fräser oder Dreher erledigt. Im Endeffekt bauen wir die Teile dann zusammen, manchmal sind sie auch schon fertig, aber manchmal müssen wir auch viel selber machen. Auf jeden Fall bekommen wir dann die Zeichnung und müssen das Teil noch montieren und einstellen, je nachdem, was gerade verlangt ist. Es gibt Teile, da ist das eigentlich nicht so wichtig. Es gibt aber auch Teile, die muss man feineinstellen, dass das halt einfach funktioniert, dass das läuft, dass man es in einer gewissen Toleranz bewegen kann oder dass ich verschiedene Einstellungen mache, dass es sich nur so und soweit bewegt. ...sowas ist unser Aufgabenbereich. Oder Maschinenwarten, zum Beispiel gucken, wo liegt der Fehler, warum funktioniert es nicht. Also das werde ich wohl später erst machen. Dann gucke ich alles durch, ob irgendetwas kaputt ist und dann kann es sein, dass man das Teil neu bestellt oder selbst repariert. Im Grunde lernen wir das hier ja alles.

Und wo werden die Teile eingesetzt?
Das ist eine gute Frage. Bei uns ist das sehr unterschiedlich...
Zum Beispiel habe ich schon mal Spindellagerböcke gemacht, für INT. Das sind so Lagerböcke, also Teile für eine Messmaschine.

Wie sieht nun so ein typischer Tagesablauf aus?
Regulär arbeiten wir von 7.20 Uhr bis 15.20 Uhr. Wenn ich eine Aufgabe habe, dann mache ich die zuerst. Ansonsten gehe ich zum Meister, frage was zu machen ist, und er gibt mir eine Zeichnung und erklärt mir dann, was zu machen ist und dann muss ich halt gucken, wie ich dies am praktischsten, kostengünstigsten usw. umsetzen und fertigen kann. Manche merken sich diesen Plan und manche schreiben sich den auch auf, sozusagen machen sie einen Arbeitsplan, dass sie dann ganz genau wissen, was wann genau zu tun ist. Also planen muss man auch viel. Zum Beispiel, wenn ich ein Werkstück habe und das bearbeiten will, dann muss ich mir vorher genau überlegen, dass ich sämtliche Schritte davor plane, weil ich es danach einfach nicht mehr spannen kann, oder so.


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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 8. April 2004