Wie wird man eigentlich Schauspielerin?

Ins Fernsehen kommen und berühmt werden - ein Traum, den viele von euch haben oder zumindest kennen. Doch wie kommt man vor die Kamera? Oder auf die Bühne?

Ins Fernsehen kommen und berühmt werden - ein Traum, den viele von euch haben oder zumindest kennen. Doch wie kommt man vor die Kamera? Oder auf die Bühne? Gibt es eine Ausbildung dafür und wenn ja, was macht man da?

Aufgaben und Tätigkeiten einer Schauspielerin
SchauspielerInnen verkörpern eine Rolle, die sie dem Theater- oder Filmpublikum präsentieren. Diese müssen sie natürlich zunächst eingehend studieren. Danach gibt es zusammen mit der Regie und den anderen Ensemblemitgliedern die ersten szenischen Arbeiten. In den Proben werden dann Bewegungen, Gesten, Gesichtsausdruck und Körperhaltungen eingeübt und mit Bühnenbild, Kostümen und Requisiten in Einklang gebracht. SchauspielerInnen wirken mit bei Theatervorstellungen oder Dreharbeiten für Film und Fernsehen oder nehmen Hörspiele auf. Oft werden sie auch bei der Synchronisierung von Film- und Fernsehproduktionen gebraucht.

Arbeitszeiten
SchauspielerInnen spielen am Theater meistens abends und am Wochenende. Beim Film gibt es Drehpläne, die sich meist nach Lichtverhältnissen oder Wetterlage richten. SchauspielerInnen müssen flexibel sein, denn von Rolle zu Rolle wechselt auch so manches Mal der Spiel-/Drehort. In der Freizeit lernen sie oft noch einige Dinge hinzu, wie Instrumente, eine Kampfkunst oder eine neue Sprache, um ihre Kreativität auszubauen.

Ungeschützter Beruf
Leider gibt keine einheitliche Schauspiel-Ausbildung an öffentlichen Einrichtungen, und auch keine verbindlichen Standards für private Schulen und LehrerInnen. In Deutschland gibt es Ausbildungsstätten in Form staatlicher Hochschulen oder städtischer Einrichtungen. Die Ausbildung dauert in der Regel acht Semester und ist in erster Linie für das Spiel am Theater ausgerichtet.

Privatschulen
Wie viele Privatschulen es gibt, kann man nicht genau sagen. Das monatliche Schulgeld beträgt aber mindestens 180 Euro, eher sogar noch viel mehr! Was in den einzelnen Ausbildungsgängen qualitativ geboten wird, ist allerdings sehr unterschiedlich. Leider ist das Angebot an PrivatlehrerInnen, Workshops, Kursen und Veranstaltern ziemlich unübersichtlich, so dass man Gefahr läuft, viel Geld für wenig Leistung zu zahlen. Um sich aber in dem Beruf auch länger halten zu können, ist eine hochqualifizierte Fachausbildung erforderlich.

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Abschluss

Einen Abschluss als SchauspielerIn kann man über eine zum Teil landesrechtlich, zum Teil durch interne Vorschriften der jeweiligen Bildungsträger geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen , Berufskollegs und Fachakademien erwerben. Auch ein Studium an Kunsthochschulen ist möglich. Nach dem Durchlauf bei einem öffentlichen Bildungsträger bekommt man in der Regel ein Diplom und wird mit dem staatlich anerkannten Abschluss in die Vermittlungskartei der Zentralen Bühnen-, Fernseh-, und Filmvermittlung (ZBF) der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen. Allerdings nur dann, wenn man bei einem Vorsprechen vor der ZBF so überzeugend ist, dass man von Leistung und Ausstrahlung her als "vermittelbar" eingestuft wird.

Fakten zur Ausbildung

  • Ausbildungs-Dauer
    Die Ausbildung dauert an Berufsfachschulen , Berufskollegs , Fachakademien und Schauspielschulen in der Regel 3 bis 4 Jahre.
  • Regelstudienzeit
    Die Regelstudienzeit an Kunsthochschulen liegt bei 8 Semestern.
  • Inhalte
    Die Ausbildung an Schauspielschulen wie auch an Kunsthochschulen besteht aus praktischen und theoretischen Teilen in den Bereichen: Atem, Stimme, Sprechen, Bewegung, Darstellung, Theater-Geschichte, Kostüm- und Maskenkunde etc.  Der Unterricht findet meist in Klein-Gruppen und auch als Einzelunterricht statt. Viel Zeit nehmen das Auswendiglernen von Texten (meist zuhause und allein!) und die Teilnahme an Proben und Aufführungen in Anspruch.
  • Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
    Mindestens ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss, besser noch Abitur. Außerdem sind Erfahrungen an Laien- oder Schultheatern erwünscht und natürlich eine "künstlerische Begabung".

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Autorin / Autor: Rosi Stolz - Stand: 15. Februar 2007