Mein Praktikum als Arzthelferin

Erfahrungen sammeln beim Kinderarzt

Wie alle SchülerInnen der 9. Klasse, musste auch ich ein Schulpraktikum absolvieren. Da ich schon immer mal wissen wollte, wie es denn so in einer Arztpraxis zugeht, habe ich mich beim örtlichen Kinderarzt als Arzthelferin beworben. Meine Arbeitszeiten waren von Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr.

Aufregung vor dem ersten Tag
Pünktlich um 8 Uhr stand ich mit noch einem Mädchen, das auch dort ihr Praktikum machte, in der Praxis und war sehr nervös. Ich hatte mir am Abend vorher tausende von Fragen gestellt: Was werden meine Aufgaben sein? Was muss ich beachten? Werden meine Kollegen/Kolleginnen nett sein?

Schweigepflicht
Wir wurden herzlichst vom Arzt und den Arzthelferinnen (übrigens nur ein Arzt und der Rest Arzthelferinnen) begrüßt und vorgestellt. Als allererstes erinnerte uns unser Chef an unsere Schweigepflicht, die wir auch brav einhielten :). Dann ging es auch schon direkt los: Wir mussten, wie auch die folgenden Tage, als erstes die Patienten-Mappen für den nächsten Tag raussuchen und beschriften. Auch im allgemeinen hatten wir sehr viel hinter dem Empfang mit der Archivierung zu tun. Das Highlight an diesem Tage (was später schon langweilig wurde :) war: Den Piekser für das Blutbild vorbereiten. Bei kleinen Kindern wird nämlich nur ein kleines Röhrchen Blut abgenommen, und wir durften den Piekser dafür vorbereiten. Im eigenen kleinen Labor der Praxis haben wir die Nadel in den Piekser reingesteckt und das ganze mit Röhrchen, Tupfer usw. auf eine Art Tablett gelegt und vorne an den Empfang gebracht. Selber pieksen durften wir natürlich noch nicht.

Spritzen aufziehen
Aber dafür durften wir, nachdem das Blut abgenommen wurde, das Ganze unter dem Mikroskop angucken und nach einer Vorlage auswerten. Natürlich hatten wir auch die typischen "Praktikanten-Arbeiten" zu tun. Wie z.B. Müll raustragen, Liegen abwischen, Spülen, Sorgen, dass genug Handschuhe etc. vorhanden sind und im Gesamten für Hygiene sorgen. Aber auch eine Arzthelferin muss sich in dem Betrieb um Sauberkeit und Hygiene sorgen, also haben wir nur das gemacht, was man später als Arzthelferin auch machen muss. Sehr viel Spaß hat mir auch das Spritzen aufziehen gemacht. Vor meiner ersten Spritze, die ich mit dem Impfstoff füllen musste, war ich sehr aufgeregt, ob ich denn alles richtig machte. Es hat zum Glück alles geklappt und danach war es nur noch "reine Routine" für uns.

Ryna führt eine U9 durch
Das allertollste allerdings war für mich, eine U9 durchzuführen. Zur Info: Eine U9 ist eine der 10 Vorsorgeuntersuchungen, die es gibt. Vorsorgeuntersuchungen sind dazu da, um zu gucken, ob sich das Kind körperlich und geistlich richtig entwickelt. Die U9 wird im ca. fünften Lebensjahr, also vor der Einschulung, durchgeführt. Man achtet dort besonders auf die sprachliche Entwicklung des Kindes. Ich durfte also (allerdings nur unter Aufsicht einer Arzthelferin :) eine U9 durchführen. Dazu gehört: Der Sehtest, der Sprachtest, der Höhrtest, der Farberkennungstest, der Stereotest und vieles mehr. Ich sollte dem Kind immer sagen, was es zu tun hat. Also z.B. sollte es die verschiedenen Farben erkennen oder die Symbole auf der Tafel sagen. Natürlich hat eine der Arzthelferinnen auf die Sachen wie z.B. richtige Aussprache geachtet, aber ich durfte schon sehr viel alleine machen.

Auch verantwortungsvolle Aufgaben
Mir hat mein Praktikum sehr gut gefallen. Ich musste nicht nur Sachen wie Kaffee kochen oder Spülen machen, sondern wurde auch sehr gut mit in die Arbeit der Praxis eingebunden. Was ich nicht erwartet hätte, ist, dass eine Arzthelferin so viel am Empfang zu tun hat. Arzthelferin ist eher nicht der Beruf, den ich erlernen möchte, da es mir einfach zu viel Arbeit am Computer ist. Trotzdem haben sich meine Erwartungen erfüllt und mein Arbeitgeber und die Kolleginnen waren sehr nett und haben sich gut um mich gekümmert.

Autorin / Autor: ryna - Stand: 21. November 2007