Irgendwas mit Medien

Was Mädchen bei ihrem Traumberuf beachten sollten

Immer noch suchen viele Mädchen ihren „Traumberuf“ in der Medienbranche und das, obwohl sie nicht gerade die krisenfestesten Berufe liefert. Schaut man sich zum Beispiel die Bewerberinnenzahlen für den Journalistinnen-Beruf an, so berichtet die Hamburger Henry-Nannen-Schule, dass sich um die zwanzig Plätze jährlich 1.500 Bewerberinnen und Bewerber rangeln. Die renommierte deutsche Journalistenschule in München registriere 2.000 Anfragen für 45 Plätze je Jahrgang. Auch die Hochschulstudiengänge, die "irgend etwas mit Medien" anbieten, werden jährlich von mehreren Tausend ErstsemesterInnen angepeilt. Mittlerweile sind es doppelt so viele wie vor 10 Jahren, weiß Marlies Hesse, Geschäftsführerin des Journalistinnenbundes.

Laut Statistischem Bundesamt liegt der Frauenanteil in den Fächern Publizistik bei 68, in den Kommunikationswissenschaften bei 62 und in der Journalistik bei 58 Prozent. Auch in den Ausbildungs-Medienberufen (Film- und Videoeditor/in, Mediengestalter/in, Fachangestellte Medien- und Informationsdienste, Kaufleute für audiovisuelle Medien) sind etwa die Hälfte der Auszubildenden Mädchen.

In der Studie „Journalismus in Deutschland II“ (JouriD II, 2005) der Universitäten Hamburg und Münster kann man nachlesen, dass zwar schon lange mehr als die Hälfte der Redaktions-Volontariate weiblich besetzt sind und fast 40 Prozent der Redakteursstellen in Frauenhand liegen, aber wenn man in die Cheffetagen schaut, findet man nur noch 29 Prozent weibliche Ressortleitungen und 22 Prozent Chefredakteurinnen.

Vorbilder sind zum Beispiel Ines Pohl (Chefredakteurin bei der „taz“) oder Tissy Bruns, die das Parlamentsbüro des Berliner "Tagesspiegels" leitet. Und auch Dagmar Reim (RBB) und Monika Piel (WDR), die die männlichen Intendanten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ablösten.

Wenn ihr trotz der unsicheren Berufsaussichten in den Medien unbedingt einen solchen Beruf ergreifen möchtet, dann solltet ihr euch auf jeden Fall im Klaren darüber sein, wo genau ihr hin wollt, denn "irgendwas mit Medien" machen zu wollen, reicht allein nicht aus. Ihr solltet euch Fachwissen aneignen, damit ihr euch für bestimmte Fachgebiete spezialisieren könnt und vor und während des Studiums Plätze für freie Mitarbeit, Praktika und Hospitationen suchen, damit ihr viel Erfahrung sammelt. Auch hier bei LizzyNet könnt ihr übrigens Praktikum machen oder auch bei der SchreibMit-Aktion schreiben üben ;-).

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: November 2009