Wo der Perfektionismus anfängt, hört der Spaß auf

Autor*innen: Benita Feller und Michael Brepohl

Höher, schneller, weiter. Überall im Alltag, in Schule/Studium und Beruf stehen wir einem mehr oder minder ausgeprägtem Optimierungsdruck gegenüber. Wir wollen das perfekte Leben, die perfekten Freunde, mindestens perfekte Leistungen erbringen, in allem was wir tun. Über Sinn und Unsinn dessen lässt sich streiten, Tatsache ist jedoch: Das ständige Bestreben um Perfektion ist mühselig und mitunter zermürbend. Nicht wenige Menschen – und das, wie ich zu behaupten wage, in nahezu allen Altersgruppen – leiden darunter. Immerhin wird bei einigen psychischen Erkrankungen auch „Perfektionismus“ als Katalysatormerkmal aufgeführt.

Wer sich darin wiedererkennt, selbst das Gefühl hat vom ständigen Optimierungszwang erdrückt zu werden und/oder in einem (besonders) leistungsorientierten Bereich tätig ist, dem möchte ich unbedingt empfehlen, einen Blick in das Büchlein „Wo der Perfektionismus anfängt, hört der Spaß auf“ von Betina Feller und Michael Brehpol zu werfen!
Auf knapp 160 Seiten setzen sich die Autoren mit dem Ursprung und der Entwicklung des heutigen Perfektionismus auseinander und gehen in einem zweiten Schritt darauf ein, wie man sich selbst ein wenig davon distanzieren und wieder mehr zu sicher selber finden kann. Obwohl oftmals, gerade im ersten großen Block des Buches, nicht allzu sehr in die Tiefe gegangen wird, ist das eine der Stärken dieses Werkes. Es ermöglicht dadurch einen sehr breiten und einfach zu verstehenden Überblick über viele wichtige Faktoren, die einen so belastenden Perfektionstrieb im Individuum wecken (können) und untermauert diese oft mit kurzen Anekdoten als Beispielen.

Der zweite Block, der nun den Fokus auf die Frage „Was kann ich tun, damit es mir wieder besser geht/ damit mich der Optimierungsdruck nicht zermahlt?“ lenkt, ist ähnlich breit aufgestellt und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die die Selbstfindung erleichtern, sodass wirklich jeder seine Methode finden kann.

Alles in allem ist es ein sehr gut untergliedertes Buch, dessen Ausarbeitung durch dieses wohlüberlegte Gerüst tadellos gelungen ist. Die Sprache ist überwiegend alltagsnah und somit auch für jüngere Leser klar verständlich, während die Fallanekdoten aus Fellers Praxis für Einzel- und Paartherapie trockene theoretische Passagen auflockern und veranschaulichen. Ebenfalls positiv überrascht haben mich die vielen Tipps zum „halblangmachen“, etwa wie man seine eigenen Leistungen besser wertschätzen und auch mal auf sich selber stolz sein kann – diese lassen sich nämlich oft ganz unkompliziert in den Alltag einbauen und helfen tatsächlich, den Grundstresslevel zu senken.

Ich für meinen Teil wurde durch das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und kann durchaus sagen, die eine oder andere nützliche Anregung gefunden zu haben. Von mir also eine klare Leseempfehlung, auch wenn man sonstig mit Ratgeberliteratur wenig am Hut hat!

Erschienen bei humboldt

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    Autorin / Autor: cheshirekitty - Stand: 20. Mai 2019
     
     
     

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