The Hurting - Als du mich gestohlen hast

Autorin: Lucy van Smit
übersetzt von Sophie Zeitz

Nell ist vor kurzem mit ihrem Vater und ihrer großen Schwester von England nach Norwegen ausgewandert. Doch was idyllisch klingt, könnte kaum tragischer sein: Ihre Mutter hat Nells Familie verlassen als diese noch ein Baby war. Seitdem kümmert sich ihr Vater um die beiden Kinder, kann die Lücke jedoch nicht füllen, die seine Frau hinterlassen hat. Seine Alkoholsucht macht es ihm unmöglich, liebevoll für seine beiden Töchter zu sorgen. Als Nells ältere Schwester an Krebs erkrankt, schleppt er seine kleine Familie in einem Wahn aus katholischem Fanatismus und Trunkenheit nach Norwegen, da er sich dort bessere Überlebenschancen für seine ältere Tochter erhofft. Für Nell bedeutet dies, dass von ihr erwartet wird, sich selbst aufzugeben und Opfer zu bringen – für ihre Familie, ihre krebskranke Schwester und Gott.
Als Nell eines Tages einem Jungen begegnet, der sie zu verzaubern scheint, will sie sich wehren. Sie hat ihren Glauben an die Liebe längst verloren, doch Lukas weckt ein Gefühl in ihr, das größer ist als sie selbst. Mit ihm fühlt sie sich wertgeschätzt, verstanden und wertvoll. Nell erlebt echte Freiheit und es gelingt ihr beinah, der emotionalen Enge ihrer Familie zu entkommen. Denn Lukas macht ihr nicht nur klar,  dass sie das Recht auf ein eigenes Leben hat, sondern zeigt ihr auch, dass es etwas gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt. Sein Charisma und die geheimnisvolle Aura, die ihn umgibt, lassen Nell über viele Ungereimtheiten hinweg sehen. Mit Lukas will sie nicht zweifeln, sondern die Schwerelosigkeit genießen. Doch kaum lässt sie sich auf ihn ein, kommt seine dunkle Seite zum Vorschein, die Nell Angst macht und an Lukas‘ Ehrlichkeit zweifeln lässt.

Es ist schon eine Weile her, dass ich ein Buch besprechen durfte, dass mich allein durch seine Intensität überzeugt hat. „The Hurting – Als du mich gestohlen hast“ zieht den Leser nicht nur in seinen Bann, sondern legt ihm Fesseln an, hält ihn dort und lässt ihn nicht mehr los. Beim Lesen entsteht eine unglaubliche Beklemmung, die einen immer tiefer in die Geschichte eintauchen lässt. Dafür braucht die Autorin keine Cliffhanger oder andere Mittel um künstlich Spannung zu erzeugen. Allein die Erzählung und die Ereignisse an sich drängen einen dazu, durch die Zeilen zu rasen. Die Dunkelheit, die sich im Laufe des Buchs um Nell und auch um den Leser legt, wird am Ende angenehm aufgelöst und lässt einen kurzatmig und erleichtert zurück, beinah als hätte man die Widrigkeiten, die Nell im letzten Drittel des Buches begegnen, selbst erlebt.
„The Hurting“ ist eines der wenigen Bücher, die ich meinen Freunden schon weiterempfohlen habe, bevor ich es überhaupt zu Ende gelesen hatte. Ich war schon früh so überzeugt und begeistert, dass ich dieses wirklich gute Buch einfach niemandem vorenthalten will – eine klare Leseempfehlung!

Erschienen bei Chicken House

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