Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne

Autorin: Marieke Nijkamp
Übersetzt von: Mo Zuber

Während ihrer Kindheit in der verschneiten Kleinstadt Lost Creek, Alaska, waren Kyra und Corey die besten Freundinnen, fast wie Schwestern. Umso schwerer fällt ihnen der Abschied, als Corey eines Tages umzieht. Doch die Mädchen wollen natürlich trotzdem Freundinnen bleiben und Corey verspricht Kyra sie in den Weihnachtsferien zu besuchen.

Doch noch vor ihrer Rückkehr erreicht Corey die schreckliche Nachricht, dass Kyra gestorben ist, und sie versteht die Welt nicht mehr. Irgendetwas ist an der ganzen Sache mehr als merkwürdig. Die Bewohner der Stadt behandeln Corey, die zur Beerdigung angereist ist, plötzlich wie eine Fremde und tun so, als wäre Kyras Tod unvermeidlich gewesen. Corey will deshalb unbedingt herausfinden, was genau mit ihrer besten Freundin geschehen ist…

Meine Meinung
Nach 54 Minuten konnte die niederländische Autorin Marieke Nijkamp mich nun auch mit ihrem zweiten Roman, Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne, wirklich berühren und somit ein weiteres Mal von ihrem schriftstellerischen Talent überzeugen. Die Handlung ist natürlich eine völlig andere, doch genauso fesselnd und mitreißend.

Die Geschichte spielt sich an nur wenigen Tagen ab und wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Corey erzählt, mit der ich mich auf Anhieb sehr gut identifizieren konnte. Sie versteht nicht, was passiert ist, insbesondere da sie nicht da war, und macht sich verständlicherweise Vorwürfe, auch wenn sie natürlich keine Schuld trifft. Genau wie sie, will man als Leser unbedingt wissen, warum Kyra gestorben war und begibt sich zusammen mit ihr auf die Suche nach Antworten.

Kyra ist während der eigentlichen Handlung nicht mehr am Leben, doch durch gelegentliche Rückblenden hat man die Chance auch sie etwas besser kennen zu lernen und mehr über sie zu erfahren. Aufgrund ihrer bipolaren Störung, die von der Autorin sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt wird, wurde sie irgendwann leider zu einer Art Außenseiterin in der Stadt. Viele Menschen waren der Ansicht, dass sie in einem Therapiezentrum besser aufgehoben wäre. Aber gibt es eine Verbindung zwischen ihrer Krankheit und ihrem Tod?

Das winterlichte Alaska, in dem es zu dieser Jahreszeit nie richtig hell wird, ist ein perfektes Setting für diese mysteriöse Geschichte und unterstützte die düstere Atmosphäre. Die Einwohner der Kleinstadt verhalten sich überaus seltsam und werden einem mit der Zeit immer suspekter. Was wollen sie unbedingt vor Corey verbergen?

Fazit
Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne ist ein ruhiger, aber sehr besonderer und vor allem packender Roman, mit einer ungewöhnlichen, unvorhersehbaren Handlung, die einen von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zieht.


Erschienen bei FJB

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    Autorin / Autor: stephie - Stand: 5. Dezember 2018